Bildungsforschung SKBF

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Grafomotorische Förderung in präventiv und integrativ ausgerichteter Psychomotorik

Institution: Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Zürich (HfH), Schaffhauserstrasse 239, 8057 Zürich

Bearbeitung: Martin Vetter, Prof. Dr. (Projektleitung), Susanne Amft, Karoline Sammann, Irene Kranz

Kontaktperson: Martin Vetter (martin.vetter[at]hfh.ch)

Kurzbeschreibung: In der Praxis der Psychomotorik standen lange Zeit Kinder mit Therapieindikation im Vordergrund. Die typische Form der Intervention in der Schweiz war die fallbezogene Einzel- oder Kleinstgruppentherapie, welche im Therapieraum ausserhalb des Klassenverbandes stattfand. Gegenwärtig stehen in der Schweizer Bildungspolitik aber inklusive und präventive Bestrebungen im Vordergrund. Im hier vorzustellenden G-FIPPS-Projekt wurde eine psychomotorisch-grafomotorische Förderkonzeption evaluiert, die den geforderten präventiven und inklusiven Anforderungen Rechnung tragen soll. An der Studie waren 188 Versuchpersonen im Kindergartenalter beteiligt, die sich auf eine Experimental- und zwei Kontrollgruppen verteilten; die Experimentalgruppe erhielt ein eigens für den Zweck entwickeltes psychomotorisches Treatment zur grafomotorischen Unterstützung (G-FIPPS), die Kontrollgruppe 1 ein herkömmliches grafomotorisches Treatment (Paper-Pencil Training). Die Kontrollgruppe 2 erhielt kein Treatment, sondern erlebte den normalen Kindergartenalltag. Die G-FIPPS Intervention bei der Experimentalgruppe umfasste 24 Fördereinheiten. Alle Versuchspersonen durchliefen drei Messungen: Neben dem Pretest vor und dem Posttest unmittelbar nach der Intervention erfolgte eine Follow-up-Messung sechs Monate später.
Die Kinder, die in den Genuss der eigens entwickelten G-FIPPS Förderkonzeption gekommen waren, machten langfristig eindeutig grössere Fortschritte als die Kontrollgruppen. Ihre Fortschritte zeigten sich vor allem sechs Monate nach dem Treatment. Die Versuchspersonen, welche mit G-FIPPS gefördert wurden, schnitten nach diesem Zeitraum im Bereich der Grafomotorik signifikant besser gegenüber der Gruppe, ab, welche keine Unterstützung erhielt. Im Bereich der Körperkoordination schnitt die G-FIPPS-Gruppe signifikant besser ab als die Kontrollgruppe mit Paper-Pencil-Unterstützung. Über einen berechneten psychomotorischen Gesamtindex konnte gezeigt werden, dass nur die G-FIPPS-Interventionsgruppe ihre grafomotorischen Leistungen nicht auf Kosten einer anderen Dimension verbesserte. Es lässt sich daraus der Schluss ziehen, dass die G-FIPPS Förderkonzeption, die nach psychomotorischen Gesichtspunkten gestaltet ist, einer konventionellen grafomotorischen Unterstützung überlegen ist. Sie legt die Wirksamkeit der Psychomotoriktherapie im Bereich der Grafomotorik in grösseren Gruppen mit präventiven und integrativen Settings nahe.

Veröffentlichungen: Vetter, Martin; Amft, Susanne; Sammann, Karoline; Kranz, Irene; Hättich, Achim; Venetz, Martin. F-FIPPS : Zur Wirksamkeit grafomotorischer Förderung in integrativ und präventiv ausgerichteter Psychomotorik. Abschlussbericht. Zürich: Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik, 2009, 97 S.

PDF auf der Website der HfH (http://www.hfh.ch/  -> Forschung und Entwicklung -> Projekt A.7

Sammann, Karoline; Vetter, Martin; Amft, Susanne; Kranz, Irene. Nicht nur Übung macht den Meister… Zeitschrift Praxis der Psychomotorik; 1/2010, S. 4–10, Dortmund: Borgmann

Vetter, Martin; Amft, Susanne; Sammann, Karoline; Kranz, Irene. G-FIPPS: Grafomotorische Förderung. Ein psychomotorisches Praxisbuch. Dortmund: Borgmann, 2010 (erscheint im Juni 2010)

Quelle: Bildungsforschung SKBF www.skbf-csre.ch