BFS - OECD Bildungsindikatoren
Tendenz zu längerer Ausbildungsdauer in den OECD-Ländern
In den meisten OECD-Ländern steigt die Bildungsbeteiligung. Die Schweiz ist hier keine Ausnahme. Wachsende Vorschulbesuchsquoten insbesondere aber auch eine steigende Beteiligung an Hochschulstudiengängen bewirken, dass die durchschnittliche Ausbildungsdauer im OECD-Raum in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen hat. Diese und andere Resultate werden in den neusten Bildungsindikatorenpublikationen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlicht.
Die Bildungsbeteiligung steigt sowohl in der Schweiz als auch in den meisten anderen OECD-Ländern. Die erwartete Ausbildungsdauer in der Schweiz liegt noch knapp unter dem OECD-Durchschnitt von 17,5 Jahren. Sie hat im letzten Vierteljahrhundert aber deutlich zugenommen. Hatte ein fünfjähriges Kind 1980 eine Ausbildungsdauer von 14,5 Jahren zu erwarten, so waren es im Jahr 2006 17 Jahre.
Die zunehmende Bildungsbeteiligung geht mit den international beobachtbaren Bestrebungen einher, das Angebot der Vorschule zu erweitern. Gemäss der OECD sind in ihren Mitgliedstaaten im Durchschnitt rund 7 von 10 drei- und vierjährigen Kindern in vorschulischen Bildungsprogrammen eingeschrieben. In der Schweiz sind es gut 4 von 10 der Drei- und Vierjährigen.
Auch im nachobligatorischen Bereich ist die Bildungsbeteiligung gestiegen. So ist ein Abschluss auf der Sekundarstufe II praktisch zur Norm geworden. Rund neun von zehn Jugendlichen erwerben in der Schweiz einen solchen Abschluss. Die Abschlussquote Sekundarstufe II liegt somit über dem OECD-Durchschnitt von 83 Prozent.
Ebenfalls konstant ist der Trend steigender Eintritte in Hochschulen. So ist die Studienanfängerquote
im OECD-Durchschnitt von 37% 1995 auf 56% 2006 gewachsen. Auch die Schweiz hat diesbezüglich
ein relativ starkes Wachstum zu verzeichnen und weist eine Studienanfängerquote von 38% auf. 1995
waren es erst 17%. Dieses Wachstum ist in der Schweiz primär auf den Aufbau der Fachhochschulen
ab Mitte der 1990er Jahre zurückzuführen.
Definitionen
Erwartete Ausbildungsdauer
Die erwartete Ausbildungsdauer umschreibt die Zeitdauer, die ein fünfjähriges Kind in seinem Leben
voraussichtlich in Vollzeit- oder Teilzeitausbildung verbringen wird. Sie entspricht der Summe der
Schulbesuchsquoten der Altersklassen ab 5.
Schulbesuchsquoten werden berechnet, indem die Zahl der eingeschulten Schüler/innen einer
bestimmten Altersklasse (in sämtlichen Schultypen zusammen) durch die Zahl der gleichaltrigen
Bevölkerung dividiert wird. Eine Nettoschulbesuchsquote der fünfjährigen Kinder von 78 Prozent
bedeutet somit, dass Kinder im Alter von 5 Jahren im Mittel 0,78 Jahre in einer schulischen
Einrichtung (Kindergarten) verbringen.
Studienanfängerquote
Die Anfängerquote stellt den Anteil von Personen einer Alterskohorte dar, die in einen bestimmten
Bildungsbereich eintreten, unabhängig von Veränderungen der Populationsgrösse und
Unterschieden zwischen den einzelnen OECD-Ländern hinsichtlich des typischen Eintrittsalters. Im
Gegensatz zu den national ausgewiesenen Hochschuleintrittsquoten beinhaltet die
Studienanfängerquote der OECD auch Studienanfänger/innen im Masterstudium und im
Nachdiplomstudium (ohne Doktorat), die erstmals im schweizerischen Hochschulsystem (ISCED 5a)
ein Studium aufnehmen. Entsprechend ist die Studienanfängerquote der Schweiz, wie sie von der
OECD publiziert wird, etwas höher als die national veröffentlichte Hochschuleintrittsquote.
Bildung auf einen Blick. Die OECD-Bildungsindikatoren 2008
Die OECD entwickelt fortlaufend Indikatoren, die als Informationsgrundlage dienen und Vergleiche
der OECD-Bildungssysteme ermöglichen. Mit der jährlich publizierten Ausgabe von «Bildung auf
einen Blick» legt die OECD ein aktuelles und die wesentlichen Bereiche des Bildungssystems
umfassendes Werk vor.
Quelle: Bundesamt für Statistik




