BFS
Leichte Zunahme der Eintritte in die Berufsbildung
Leichte Zunahme der Eintritte in die Berufsbildung
Gemäss den neuesten Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) befanden sich im Jahr 2006 insgesamt rund 205'000 Jugendliche und junge Erwachsene in einer beruflichen Grundbildung. Über 75’000 traten neu in eine Berufsbildung ein und fast 60'000 schlossen ihre Ausbildung mit Erfolg ab. In der Liste der am häufigsten ergriffenen Berufslehren rückten die neu geschaffenen Berufe im Verkauf, aber auch im Gesundheits- und Sozialbereich bereits weit nach vorne. Die Anzahl der Berufsmaturitätsabschlüsse stagnierte knapp über der 10’000-Marke.
Die Eintritte in die berufliche Grundbildung nahmen gegenüber dem Vorjahr um rund 2% auf 75'600 zu. Die Anzahl der Schulabgänger/innen stieg gegenüber 2005 noch um 1,5%, d.h. nicht mehr so stark wie in den Vorjahren. Neben den erfassten Berufslernenden befinden sich gemäss Szenarien des BFS gegen 17’000 Jugendliche in einer Übergangsausbildung, sei es in einem 10. Schuljahr, in einem berufsvorbereitenden Brückangebot oder in einer sonstigen Kurzausbildung.
Obwohl die erste Attestbildung (Detailhandelsassistent/in) bereits in die Top Ten der Berufsbildungen vorrückte, ist dieser speziell für Jugendliche mit weniger starkem Schulsack geschaffene Berufsbildungstyp noch nicht etabliert. Bei den Neueintritten in die Berufsbildung betrug der Anteil der Attestausbildungen 2006 erst 3%.
Entwicklung in den Ausbildungsfeldern
Überdurchschnittlich viele neue Ausbildungsplätze entstanden 2006 vor allem in den Ausbildungsfeldern Maschinenbau und Metallverarbeitung (+7%), im grafischen Gewerbe (+5%) und im Gastgewerbe (+3%). Bei den kaufmännischen Berufen (Wirtschaft/Verwaltung) konnte nach einem kontinuierlichen Rückgang in den letzten 10 Jahren erstmals wieder eine leichte Zunahme der Eintritte verzeichnet werden (+2%), welche allerdings weniger auf die betriebliche als auf die vollschulische Ausbildung (Handelsmittelschule) zurückzuführen ist.
Am häufigsten ergriffene berufliche Grundbildungen
2006 traten 32’300 weibliche und 43’300 männliche Jugendliche in eine berufliche Grundbildung ein. Mit Ausnahme des Spitzenreiters Kaufmann/Kauffrau unterscheiden sich die am häufigsten ergriffenen beruflichen Grundbildungen der Frauen deutlich von denjenigen der Männer. Junge Frauen entscheiden sich nach wie vor eher für Ausbildungen in Branchen wie Verkauf, Heilbehandlung und Körperpflege, während junge Männer häufiger Ausbildungen in der Metall- und Maschinenindustrie und im Baugewerbe bevorzugen. Nach Inkrafttreten des revidierten Berufsbildungsgesetzes (2004) drangen nun bereits die ersten neu lancierten Berufsbildungen in die vorderen Ränge vor, z.B. Detailhandelsfachmann/-frau (2. Platz bei den Frauen, 4. bei den Männern) oder auch die neuen Berufsbildungen im Gesundheits- und Sozialbereich wie Fachmann/-frau Betreuung (6. Platz bei den Frauen).
Anzahl Berufsbildungsabschlüsse insgesamt konstant
2006 schlossen in allen Berufsbildungstypen (inkl. Anlehre) rund 59'500 Lehrabgänger ihre Ausbildung mit Erfolg ab. Ein überdurchschnittlicher Rückgang der Bildungsabschlüsse musste insbesondere im Ausbildungsfeld „Wirtschaft/Verwaltung" (kaufmännische Berufe -7%) sowie in den modernen technischen Ausbildungsfeldern wie Informatik (-9%) sowie Elektronik/Automation und Automobile (je -7%) hingenommen werden. Eine positive Entwicklung verzeichneten dagegen die Berufe des Ernährungsgewerbes (+9%), des Gastgewerbes (+8%) und des Handels (+5%).
Die Anzahl der Berufsbildungsabschlüsse blieb in den letzten Jahren trotz leicht steigenden Eintritten relativ konstant. Die Durchfallquote bei den Abschlussprüfungen erhöhte sich innerhalb der letzten fünf Jahre von 9 auf 11%.
Berufsmaturitäten stagnieren
Die Anzahl der erworbenen Berufsmaturitätszeugnisse ging gegenüber dem Vorjahr um rund 1% zurück und stagniert nun knapp über der 10'000er Marke. Bei der kaufmännischen Richtung blieb die Anzahl der Abschlüsse gegenüber dem Vorjahr konstant, während sie in der technischen Richtung entgegen der Erwartung um rund 9% zurückging. Damit hat sich der Anteil der kaufmännischen Richtung auf 53% erhöht und ist - gemessen am Anteil der Studienplätze an den Fachhochschulen - proportional übervertreten. Der Frauenanteil beträgt bei der kaufmännischen Richtung 57%, in der technischen lediglich 13%. Die neu lancierte gesundheitlich-soziale Richtung zeigt weiterhin eine stark zunehmende Tendenz. Jede/r fünfte Berufslernende erwirbt früher oder später das Berufsmaturitätszeugnis und damit die Eintrittsberechtigung in eine Fachhochschule. Rund zwei Drittel der Berufsmaturitätsschüler/innen bereiten sich während der Berufslehre auf die Prüfung vor, ein Drittel nach dem Berufslehrabschluss.




