BFS
OECD Bildungsindikatoren 2007
Das schweizerische Bildungssystem im internationalen Vergleich
Wie in der Schweiz steigt die Bildungsbeteiligung in den meisten OECD-Ländern. In der Schweiz haben sich in den letzten 25 Jahren gleichzeitig mit diesem Anstieg die Geschlechterunterschiede bezüglich Eintritte und Abschlüsse postobligatorischer Ausbildungen deutlich verringert. Dies schlägt sich allerdings nicht in allen Bildungsbereichen gleich nieder: Besonders in Mathematik, Naturwissenschaften und Technik sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Diese und andere Resultate werden in den neusten Bildungsindikatorenpublikationen des Bundesamts für Statistik (BFS) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlicht.
Zeitgleich mit der OECD-Ausgabe 2007 «Bildung auf einen Blick» präsentiert das BFS mit «Bildungsmosaik Schweiz. Bildungsindikatoren 2007» eine Neuauflage der Print-Publikation zu Bildungsindikatoren aus der Gesamtsystemperspektive. Beide Publikationen geben Aufschluss über den Zustand und die Entwicklung des schweizerischen Bildungssystems im internationalen Vergleich.
Sie können diese Publikation hier herunterladen.
Die Bildungsbeteiligung steigt sowohl in der Schweiz als auch in den meisten OECD-Ländern
Obwohl die erwartete Ausbildungsdauer in der Schweiz noch knapp unter dem OECD-Durchschnitt liegt, hat sie im letzten Vierteljahrhundert deutlich zugenommen. Hatte gemäss BFS ein fünfjähriges Kind 1980 eine Ausbildungsdauer von 14,5 Jahren zu erwarten, so waren es im Jahr 2005 16,9 Jahre.
Die zunehmende Bildungsbeteiligung geht mit den international beobachtbaren Bestrebungen einher, das Angebot der Vorschule zu erweitern. Gemäss der OECD sind in ihren Mitgliedstaaten im Durchschnitt rund 7 von 10 drei- und vierjährigen Kindern in vorschulischen Bildungsprogrammen eingeschrieben. In der Schweiz sind es hingegen nur gut 4 von 10 der Drei- und Vierjährigen. Trotzdem sind hier ebenfalls Tendenzen zu grösseren Investitionen in die vorschulische Bildung errkennbar. In der Zeitspanne von 1980 und 2005 hat sich die durchschnittliche Verweildauer im Kindergarten in der Schweiz von 1,6 bis auf 1,9 Jahre erhöht.
Auch im nachobligatorischen Bereich ist die Bildungsbeteiligung gestiegen. So ist ein Abschluss auf der Sekundarstufe II zur Norm geworden. Rund 89 Prozent der Jugendlichen erwerben in der Schweiz einen solchen Abschluss. Die Abschlussquote Sekundarstufe II liegt deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 82 Prozent.
In Bezug auf die Abschlussquoten auf der Tertiärstufe ist die Schweiz daran, im internationalen Vergleich aufzuholen. Sie gehört laut dem OECD-Bericht zur Gruppe der Länder, deren Quote sich auf Tertiärstufe A (Hochschulen) in den letzten 10 Jahren zumindest verdoppelt hat. Dieser Anstieg ist vor dem Hintergrund von Reformen der Hochschulen wie dem Aufbau der Fachhochschulen zu interpretieren. Trotzdem liegt die Quote der Schweiz (berechnet nach der Definition der OECD) auf dieser Stufe mit 27 Prozent immer noch unter dem OECD-Mittel von 36 Prozent. Dies lässt sich zumindest teilweise mit einem breit gefächerten Angebot auf der Stufe höhere Berufsbildung erklären. Hier liegt die Abschlussquote mit 10 Prozent (ohne Abschlüsse auf dem Weg zur Hochschulanerkennung) leicht über dem OECD-Durchschnitt von 9 Prozent.
Tertiärabschlüsse im EU-Durchschnitt sowie Geschlechterungleichheit in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaft und Technik
Abschlüsse in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Technik werden für die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit nationaler Volkswirtschaften als besonders bedeutsam erachtet. In der Schweiz wie auch im EU-Schnitt machen solche Abschlüsse gut einen Fünftel aller Abschlüsse im Tertiärbereich A und B (Hochschulen und höhere Berufsbildung) aus. Frauen sind in den mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Fachrichtungen immer noch stark unterrepräsentiert. Mit einem Anteil von rund 15 Prozent Absolventinnen in den besagten Fachrichtungen (22% auf Stufe Hochschule und 6,9% auf Stufe höhere Berufsbildung) bildet die Schweiz hier zusammen mit Japan das Schlusslicht der Vergleichsländer. Gemäss der OECD zeigen die Resultate von PISA bereits bei den 15-Jährigen Geschlechterdifferenzen im Fach Mathematik. In den meisten Ländern verfügen Mädchen im Durchschnitt über niedrigere Mathematikkompetenzen als Knaben. Ebenfalls ist die instrumentelle Motivation für Mathematik bei den Knaben ausgeprägter als bei den Mädchen. Die Schweiz gehört zusammen mit Österreich, Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden zu den Ländern, welche diesbezüglich die grössten Geschlechterdifferenzen aufweisen.




