Bildungsforschung SKBF
Mobbing im Kindergarten - Entstehung und Prävention
Mobbing im Kindergarten: Entstehung und Prävention
Mobbing ist ein aus der Arbeitswelt und auch aus der Schule bekanntes und auch von den Medien häufig aufgegriffenes Phänomen. Wohl etwas weniger bekannt dürfte hingegen wohl die Tatsache sein, dass es durchaus auch schon auf Vorschulstufe auftritt, etwa im Kindergarten. Ein im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 52 («Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im gesellschaftlichen Wandel») finanziertes Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, herauszufinden, mit welcher Häufigkeit und in welchen Formen Mobbing in den Kindergärten des Kantons Bern vorkommt und durch welche Umstände es begünstigt wird. Weiter ging es auch darum, die präventiven Massnahmen weiterzuentwickeln.
Dem Forschungsteam der Universität Bern ist es gelungen, rund siebzig Kindergärten, die zusammen etwa 1200 Kinder betreuen, zur Teilnahme am Projekt zu bewegen. Die Kindergärtnerinnen füllten über jedes Kind, dessen Eltern sich ebenfalls mit der Teilnahme einverstanden erklärt hatten, zweimal einen Fragebogen aus. Die teilnehmenden Kinder wurden in der Folge ebenfalls zweimal von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern im Projekt interviewt; dies geschah in einer eher spielerischen Form, und die Kinder machten offensichtlich mit Vergnügen mit. Ein weiterer Fragebogen wurde den Eltern zugestellt; dieser Fragebogen war recht umfangreich, und die keineswegs durchgehend einfachen, teils recht persönlichen Fragen verlangten für die Beantwortung einen beträchtlichen Aufwand. Um so erfreulicher ist es zu werten, dass über 70 Prozent der Fragebogen ausgefüllt zurückgeschickt worden sind. Ein separater Fragebogen ging zudem an alle Mütter und an alle Väter, und auch kann von einem sehr befriedigenden Rücklauf gesprochen werden: 60 Prozent der Mütter und 50 Prozent der Väter sind dem Anliegen der Forscherinnen und Forscher nachgekommen.
Das aufgrund von früheren Daten entwickelte Präventionsprogramm ist in erster Linie auf die Kindergärtnerinnen ausgerichtet. Das Ziel besteht vor allem darin, sie in ihrer Handlungsfähigkeit zu stärken und ihnen das Vertrauen zu vermitteln, dass sie Mobbing-Situationen zu meistern durchaus in der Lage sind. Mobbing ist ein Phänomen, das vor allem in einer Atmosphäre des Wegschauens und Verschweigens gedeiht; will man es bekämpfen, ist es zentral, die Probleme an den Tag und zur Sprache zu bringen. Von zentraler Bedeutung ist insbesondere, dass sich alle Beteiligten zwar nicht schuldig, aber betroffen und verantwortlich fühlen für das, was sich in der Gruppe abspielt.




