Bildungsforschung SKBF
Schul- und unterrichtsbezogene Forschung im NFP 56
Schul- und unterrichtsbezogene Forschung im NFP 56
«Sprachenvielfalt und Sprachkompetenz in der Schweiz»
Das Nationale Forschungsprogramm 56, dessen Forschungsphase im September 2005 angelaufen ist und das voraussichtlich Anfang Sommer 2009 abgeschlossen sein wird, kennt fünf Schwerpunkte; der erste trägt die Bezeichnung «Sprache und Schule». In diesem Schwerpunkt geht es zum einen um Wirksamkeit und Effizienz des traditionellen schulischen Sprachunterrichts sowohl in der Erstsprache wie in den Zweit- und Drittsprachen. Andererseits interessiert auch die Erhebung eventuell unkonventioneller, aber unter Umständen wirkungsvoller Lernstrategien und Lernmethoden, besonders auch solcher, die ausserhalb der Schule ihre Wirksamkeit bewiesen haben. So weiss man, dass Deutschschweizer Kinder bereits vor dem Schuleintritt über Hörverstehens- und Sprechkompetenzen in der Schriftvarietät verfügen, doch der schulische Deutschunterricht baut kaum darauf auf. Die Untersuchung der Modalitäten und der Wirksamkeit und Effizienz des Spracherwerbs durch Migranten und Migrantinnen kann mithelfen, soziokulturelle und sozioökonomische Faktoren zu ermitteln, die den Erwerb einer neuen Sprache fördern oder behindern: «Minderheiten» und «Randgruppen» lassen Schwierigkeiten und Möglichkeiten sichtbar werden, die für alle Lernenden eine Rolle spielen. Eine Liste der im Rahmen dieses Schwerpunkts laufenden Projekte findet sich im Anschluss an die französischsprachige Projektbeschreibung; auf die einzelnen Projekte werden wir zurückkommen, wenn Ergebnisse vorliegen.
Liste der Projekte des Schwerpunkts 1 im NFP 56:
- Aufbau von sprachlichen und disziplinären Kenntnissen als integrativer Bestandteil des zweisprachigen Unterrichts auf Sekundar- und Tertiärstufe (Prof. Laurent Gajo, Genève; Prof. Anne-Claude Berthoud, Neuchâtel)
- Frühenglisch: Überforderung oder Chance? Längsschnittstudie zur Wirksamkeit des Fremdsprachenunterrichts auf der Primarstufe (Dr. Andrea U. Haenni Hoti, Prof. Erika Werlen, Prof. Werner Wicki)
- Für einen neuen Stellenwert des Italienischen in der viersprachigen Schweiz. Instrumente und Strategien zur Erarbeitung eines Mindestlehrplans für die italienische Sprache. Italienisch als Zweitsprache.
- Entwicklung der Sprachkompetenzen in der Erst- und Zweitsprache von Migrantenkindern (Dr. Urs Moser, Prof. Iwar Werlen)
- Die zweisprachige Maturität in der Schweiz – Evaluation der Chancen und Risiken einer bildungspolitischen Innovation (Prof. Anton Näf)
- Gesprächsorganisation in der Erst- und Zweitsprache: Kompetenzerwerb, Unterricht, Evaluation (Prof. Simona Pekarek Doehler, Jean-François De Pietro)
- Literale Kompetenzen und literale Sozialisation von Jugendlichen aus schriftfernen Lebenswelten: Faktoren der Resilienz (Prof. Hansjakob Schneider, Prof. Annelies Häcki Buhofer, Andrea Bertschi-Kaufmann, Dr. Wassilis Kassis, Dr. Winfried Kronig)
- Mehrsprachigkeit, Identität und Sprachenlernen in Schweizer Schulgemeinden (Prof. Daniel Stotz)
Weitere Informationen unter www.nfp56.ch




