Bildungsforschung SKBF

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Erfassung der Selbstwahrnehmung von Schulanfängerinnen und Schulanfängern

Entwicklung eines Instruments zur Erfassung der Selbstwahrnehmung von SchulanfängerInnen

Institution:

Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH), Forschung und Entwicklung, Hirschengraben 28, Postfach, 8090 Zürich,

 

Kurzbeschreibung:

Die Bildungsdirektion des Kantons Zürich beauftragte 2003 eine Forschungsgemeinschaft mit der Erhebung des Lernstands von Schülerinnen und Schülern der ersten Primarklasse (s. 06:005). Die im November 2003 durchgeführte Untersuchung betraf 120 Klassen; es handelte es sich um die erste Etappe einer Längsschnittstudie, die sich bis ans Ende der obligatorischen Schulzeit dieses Jahrgangs hinziehen soll. Nebst dem Fähigkeitsstand in Deutsch und Mathematik wurden auch die Selbstbilder und die Motivation der Kinder erhoben; diese spielen bekanntlich eine beträchtliche Rolle für das Leistungsverhalten. In Zusammenhang mit der Untersuchung an den Erstklässlern entwickelte ein Team an der Pädagogischen Hochschule Zürich ein neues Verfahren zur Erfassung der Selbstwahrnehmung von Schulanfängerinnen und Schulanfängern. Das Instrument inspirierte sich am «Berkeley Puppet Interview», das aber so adaptiert wurde, dass es sich für Gruppenbefragungen eignet. Es handelt sich um eine Befragung mit Hilfe eines Videos, das zwei Puppen präsentiert. Sie stellen zwei «Kinder» dar, die von einer Frau zu ihren Erfahrungen in der Schule befragt werden. Die zuschauenden Kinder, die von der Frau direkt angesprochen werden, markieren ihre Antworten (ja oder nein) in einem Antwortheftchen. Das Interview ist insbesondere auf die Erfassung folgender Dimensionen ausgerichtet: selber eingeschätzte Kompetenz, soziale Integriertheit und Einstellung der Schule gegenüber. Die Ergebnisse zeigen, in welchem Mass sich bereits zu Beginn der Schulzeit Faktoren wie das Geschlecht und die soziale Herkunft indirekt auf die Selbstwahrnehmung auswirken. Zwischen den Einschätzungen der Kinder und externen Einschätzungen gibt es gewisse Übereinstimmungen, was auf einen beginnenden Realitätsbezug der Selbstbilder der Kinder hindeutet. Zu denken geben die Kinder, die bereits zu Beginn ihrer Schulzeit ein negativ geprägtes Selbstbild haben. Die Auswirkungen dieses Selbstbildes auf die weitere Schullaufbahn dieser Kinder werden zu verfolgen sein. Aus der methodologischen Warte lässt sich laut den Autoren sagen, dass der eingeschlagene Weg eines videobasierten Interviews vielversprechend und für diese Altersgruppe angemessen ist.

 

Veröffentlichungen:

Nakamura, Yuka; Buff, Alex; Hollenweger, Judith; Achermann, Emilie. «Wer bin ich? Was kann ich? Wie fühle ich mich?» – Selbstwahrnehmung bei Schulanfänger/innen. Zürich: PHZH, ohne Datum

Buff, A., Nakamura, Y., Hollenweger, J. & Achermann, E. Selbstwahrnehmung bei Schuleintritt. In U. Moser, M. Stamm & J. Hollenweger (Hrsg.), Für die Schule bereit? Oberentfelden: Sauerländer, 2005, S. 113–128