Bildungsforschung SKBF
Lehrplanvergleich im Fachbereich «Bewegung und Sport» in den Kantonen der Deutschschweiz
Institution: Pädagogische Hochschule Zürich, Departement Forschung und Entwicklung, in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Bewegung und Sport
Bearbeitung: Anna-Verena Fries, Departement Forschung und Entwicklung; Jürg Baumberger und Bruno Egloff, Fachbereich Bewegung und Sport
Kontaktperson: Jürg Baumberger (juerg.baumberger[at]phzh.ch) Anna-Verena Fries (anna-verena.fries[at]phzh.ch);
Kurzbeschreibung: Diese Lehrplananalyse steht in Zusammenhang mit der Harmonisierung der kantonalen Bildungssysteme und insbesondere der Entwicklung des Deutschschweizer Lehrplans. Die Studie bezweckt die strukturierte und übersichtliche Darstellung sämtlicher Ziele und Inhalte im Fach «Bewegung und Sport» in den im Schuljahr 2007/08 geltenden kantonalen Lehrplänen der Deutschschweiz sowie die interessenunabhängige Einschätzung des gesamten Corpus der Ziele. Für die Untersuchung wurde ein Kategoriensystem entwickelt, das zwei Anforderungen zu erfüllen hatte: Angemessenheit an das Besondere des Fachs, d.h. an das spezifische Verhältnis von Körper und Geist, andererseits Einnahme einer übergeordneten Perspektive auf die über tausend Lehrplanziele. Das Kategoriensystem entfaltet sich entlang von zwei Parametern, des Geistigen (mens) und der Bewegung (motus), die jweils in sechs Aspekte differenziert sind.
Folgende Aussagen zählen zu den wichtigsten Ergebnissen: Im Sportunterricht des Kindergartens stehen Ziele zu Bewegung «an sich», zu Wahrnehmung und Ausdruck im Vordergrund, während auf der Oberstufe Ziele zum Gemeinschaftlichen und zum Wettbewerb wichtig sind. Die Lehrpläne begründen nicht, weshalb Ziele zur Soziabilität bei kleineren Kindern und Ziele zur Schulung der Wahrnehmung bei älteren Schülerinnen und Schülern jeweils weniger wichtig sein sollten. Ferner bestätigt die Untersuchung Resultate aus anderen Lehrplanvergleichen, dass nämlich Unterschiede zwischen Lehrplänen in erster Linie formaler und viel weniger inhaltlicher Art sind, und dass sich allfällige Spezifika nicht auf geographische oder kulturelle Besonderheiten eines Kantons zurückführen lassen. Auffallend ist die Feststellung, dass ein Grossteil der Unterrichtsziele nicht so formuliert ist, dass eine Überprüfung von Ergebnissen und Leistungen im Vordergrund steht, sondern dass die Ziele Erfahrungsmöglichkeiten und Inhalte für die Unterrichtsplanung vorgeben. Sie vermitteln dadurch mannigfaltige Anregungen auf Möglichkeiten und Zusammenhänge im Sportunterricht. Ein kompetenzorientierter Lehrplan unterschiede sich davon in grundlegender Weise.
Veröffentlichungen: Fries, Anna-Verena; Baumberger, Jürg; Egloff, Bruno. Volksschullehrpläne der Deutschschweiz für «Bewegung und Sport» : Eine Lehrplananalyse : Schlussbericht. Zürich: Pädagogische Hochschule Zürich, August 2008, 34 S.
Fries, Anna-Verena; Baumberger, Jürg; Egloff, Bruno. Lehrpläne der Deutschschweiz für das Fach «Bewegung und Sport» : Eine vergleichende Analyse : Anhang zum Schlussbericht. Zürich: Pädagogische Hochschule Zürich, August 2008, 132 S.
Beide Berichte finden sich als PDFs unter www.edudoc.ch/record/29411/
Quelle: Bildungsforschung skbf, www.skbf-csre.ch




