Bildungsforschung SKBF
Frühprävention von Gewalt und Aggression
Ergebnisse eines Projekts an Zürcher Schulen (z-proso)
Institution: Universität Zürich, Pädagogisches Institut, Freiestrasse 36, 8032 Zürich, http://www.paed.unizh.ch ; in Zusammenarbeit mit der Universität Cambridge, Institute of Criminology
Bearbeitung: Manuel Eisner, Prof. Dr., Kriminologe, Universität Cambridge, Projektleiter; Denis Ribeaud, Dr., wiss. Projektkoordinator, Universität Zürich, et al.
Kontaktpersonen: Manuel Eisner (manuel.eisner[at]crim.cam.ac.uk) , Denis Ribeaud (dribeaud[at]paed.uzh.ch)
Kurzbeschreibung:
Das «Zürcher Interventions- und Präventionsprojekt an Schulen» wurde in enger Zusammenarbeit mit den Schulbehörden der Stadt Zürich entwickelt und realisiert. Es betraf 109 Schulklassen bzw. mehr als 1300 Primarschulkinder und ihre Familien; über die Hälfte der einbezogenen Eltern sind vor kürzerer oder längerer Zeit immigriert. Im Zentrum des Programms standen zwei Präventionsansätze: zum einen Triple P (Positive Parenting Program), ein Training für Eltern, das sie zu besseren Erziehern machen soll und das in der Schweiz schon seit einiger Zeit eingeführt und bekannt ist; zum andern ein erstmals ins Deutsche übertragenes Sozialkompetenzprogramm, das den Namen PATHS trägt (Promoting Alternative Thinking Strategies); es richtet sich an die Kinder selbst und sucht ihre Sozialkompetenz zu erhöhen. Für beide Programme ist die Wirksamkeit in den USA und in Australien nachgewiesen worden; in Zürich ging es um die Überprüfung der Frage, ob sie auch im hiesigen Kontext wirksam sind.
Der Bericht stellt die zentralen praxisrelevanten Erkenntnisse aus dem Interventions- und Präventionsprojekt an den Stadtzürcher Schulen vor. Die Ergebnisse sind im grossen ganzen eher enttäuschend. Die elternbildenden Massnahmen haben zwar durchaus einige positive Effekte gezeitigt (etwa überlegtere Erziehungstechniken mit weniger körperlicher Gewalt oder Verbesserung des Familienklimas), aber in den meisten der kontrollierten Bereiche waren keine Verbesserungen zu registrieren. Und auch was die Interventionen bei den Kindern betrifft, so gibt es wohl einige positive Punkte zu vermerken; die verfolgten Ziele – etwa eine erhöhte Fähigkeit, konflikthaltige Situationen sozial kompetent zu lösen – haben in diesem Projekt aber ebenfalls nicht erreicht werden können.
Veröffentlichungen: Eisner, Manuel; Ribeaud, Denis; Jünger, Rahel; Meidert, Ursula.
Frühprävention von Gewalt und Aggression. Ergebnisse des Zürcher Interventions- und Präventionsprojektes an Schulen. Zürich; Chur: Rüegger, 2008, 260 S.
Eisner, M.; Ribeaud, D. (2005). A Randomized Field Experiment to Prevent Violence. The Zurich Intervention and Prevention Project at Schools, ZIPPS. European Journal of Crime, Criminal Law and Criminal Justice, 13(1), 2005, 27-43 (PDF unter http://www.z-proso.unizh.ch/Publikationen/PubliDok/RandomFieldexp.pdf
Quelle: Bildungsforschung skbf, www.skbf-csre.ch




