Bildungsforschung SKBF
Kinder in Regel- und in Einführungsklassen: Vergleiche von kognitiven und nichtkognitiven Aspekten
Institution: Institut für Psychologie der Universität Bern, Abteilung Entwicklungspsychologie, Muesmattstrasse 45, 3012 Bern, http://www.entwicklung.psy.unibe.ch/
Bearbeitung: Eva Michel, Dr.; Claudia Roebers, Prof. Dr.
Kontaktperson: Eva Michel (eva.michel[at]psy.unibe.ch)
Kurzbeschreibung:
Eine entwicklungspsychologische Untersuchung der Universität Bern verglich kognitive, motorische und emotional-motivationale Aspekte bei in Einführungsklassen eingeschulte Kinder (in denen der Unterrichtsstoff des ersten Schuljahres auf zwei Jahre verteilt wird) und gleichaltrigen, in regulären Klassen eingeschulten Kindern. Die verwendeten Tests bezogen sich auf Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, motorische Koordination, Leistungsmotivation etc. In den primär auf kognitive Fähigkeiten ausgerichteten Tests schnitten die Kinder aus den Sonderklassen im Mittel deutlich schwächer ab als die Kinder der Regelklassen. Am augenfälligsten waren die Unterschiede bei Aufgaben hoher Komplexität, z. B. durch wechselnde Anforderungen. Kaum Unterschiede liessen sich dagegen hinsichtlich des Selbstkonzepts oder mit Bezug auf die Leistungsmotivation ausmachen, sodass die Einschulung in Einführungsklassen unter motivationaler Perspektive geeignet erscheint. Längsschnittlich angelegte Auswertungen des Datenmaterials machen deutlich, dass die Kinder in den Sonderklassen nur relativ unbedeutende Forschritte in den untersuchten kognitiven Bereichen machen. Die Ergebnisse werden im Hinblick auf die Frage diskutiert, wie Kinder mit Defiziten in kognitiven Schuleingangsvoraussetzungen optimal gefördert werden können, um ihnen den Einstieg in die schulische Laufbahn zu erleichtern.
Veröffentlichungen: Michel, Eva; Roebers, Claudia. Children in Regular and Special Needs Classes: Cognitive and Non-Cognitive Aspects. In: Swiss Journal of Psychology, 4/2008, S. 249-259
Quelle: Bildungsforschung SKBF, www.skbf-csre.ch




