Bildungsforschung SKBF

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Entwicklung der Sprachkompetenzen von Migrantenkindern in der Erst- und der Zweitsprache

Institution: Institut für Bildungsevaluation, Zürich (asssoziiertes Institut der Universität Zürich);
Universität Bern, Institut für Sprachwissenschaften, Universitäres Forschungszentrum für Mehrsprachigkeit (UFM)

Bearbeitung: Urs Moser, Simone Berweger, Nicole Bayer (Zürich), Verena Tunger, Iwar Werlen (Bern)

Kontaktperson: Urs Moser (urs.moser[at]ibe.uzh.ch)

Kurzbeschreibung: Diese durch das NFP 56 («Sprachenvielfalt und Sprachkompetenz in der Schweiz») finanzierte Untersuchung bezweckte einen Beitrag an die Frage nach Möglichkeiten, die sprachlichen Fähigkeiten von Migrantenkindern zu fördern. Es wurde eine Längsschnittstudie durchgeführt, an der 183 Kinder aus vier Schulkreisen der Stadt Zürich beteiligt waren. Die Erstsprachen dieser Kinder waren Albanisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Portugiesisch, Spanisch oder Tamil. Mit 65 Kindern wurde die Intervention durchgeführt, die restlichen 118 Kinder dienten als Kontrollgruppe. Die Intervention erstreckte sich über die zwei Kindergartenjahre; während vier Phasen zu je zwölf Wochen erhielten die Kinder der Experimentalgruppe Unterricht in ihrer Muttersprache zusätzlich zum und koordiniert mit dem Deutschunterricht im Kindergarten, welcher alle betraf. Gleichzeitig wurden die Eltern der Experimentalgruppen- Kinder aufgefordert, diesen dreimal pro Woche eine Geschichte in der Muttersprache vorzulesen oder Hörbücher abzuspielen. Zusätzlich zu den direkten Wirkungen der Intervention interessierten sich die Forscher auch für die Bedeutung der muttersprachlichen Kompetenzen für das Erlernen der ersten Fremdsprache Deutsch.

Die Bilanz der Intervention ist gemischt. Die Kinder der Experimentalgruppe verfügen bei Schuleintritt über statistisch signifikant bessere Sprachkompetenzen in den Bereichen phonologische Bewusstheit, Wortschatz sowie Buchstabenkenntnisse und erstes Lesen. Die Förderung in der Erstsprache führt bei ihnen auch zu einem höheren Fähigkeitsselbstkonzept. Ihre muttersprachlichen Kompetenzen verbessern sich in den beiden Kindergartenjahren im selben Ausmass wie jene der einheimischen Kinder. Keine Effekte hatte die Intervention dagegen auf die Entwicklung der Sprachkompetenzen in der Zweitsprache Deutsch. In ihren Schlussfolgerungen legen die Autoren dar, weshalb sich dies je nach Standpunkt als Erfolg oder als Misserfolg interpretieren lässt.

Veröffentlichungen: Moser, Urs; Bayer, Nicole; Tunger, Verena; Berweger, Simone.
Entwicklung der Sprachkompetenzen in der Erst- und Zweitsprache von Migrantenkindern : Schlussbericht.
Zürich: Institut für Bildungsevaluation; Bern: Universität Bern, Institut für Sprachwissenschaften, November 2008, 55 S. (als PDF auf der Website des NFP 56: www.nfp56.ch)

Quelle: Bildungsforschung SKBF www.skbf-csre.ch