Bildungsprognosen
Szenarien 2007-2016
Szenarien 2007-2016
Zunahme der Schülerbestände in der Vorschule und Abnahme in der obligatorischen Schule
Angesichts der demografischen Entwicklung dürfte die Anzahl Schülerinnen und Schüler in der obligatorischen Schule zwischen 2006 und 2016 gemäss den neusten Prognosen des Bundesamtes für Statistik (BFS) um rund 8 Prozent zurückgehen. Auf der Vorschulstufe könnten jedoch die demografische Entwicklung und die aktuellen Reformen, die einen Vorschulbesuch ab 4 Jahren anstreben, eine Zunahme der Anzahl Lernender von 2% bis 3% bewirken, wobei mit grossen regionalen Unterschieden zu rechnen ist.
Die Anzahl Pensionierungen wird bei den Lehrkräften der Primar- und der Sekundarstufe I in den kommenden Jahren voraussichtlich kräftig ansteigen. Gesamtschweizerisch dürfte die prognostizierte Abnahme der Schülerzahlen in den kommenden vier Jahren keinen Rekrutierungsrückgang im Vergleich zum Stand von 2007 auslösen.
Vorschulstufe: Gesamtschweizerisch leichte Zunahme, jedoch grosse regionale Unterschiede
Die Anzahl 5- bis 6-jähriger Kinder dürfte in den kommenden Jahren insgesamt stabil bleiben und kurzfristig sogar leicht ansteigen (+2% zwischen 2006 und 2010). Die laufenden Reformen, die eine Einschulung ab dem Alter von 4 Jahren bezwecken, könnten zusätzlich eine Vergrösserung der Bestände auf der Vorschulstufe bewirken, wobei der Gesamtanstieg zwischen 2006 und 2010 voraussichtlich +6% betragen wird.
Regional sind unter den genannten Voraussetzungen sehr unterschiedliche Entwicklungen zu erwarten, denn diese hängen nicht nur von regional differenzierten demografischen Entwicklungen ab, sondern auch von ungleichen Situationen im Bereich des Vorschulbesuchs. So würde der Übergang zu einem Vorschulbesuch von 2 Jahren in 9 Kantonen zu einer Zunahme der Anzahl Vorschülerinnen und Vorschüler führen (in den Kantonen Obwalden, Freiburg und Uri wäre sogar ein Plus von mehr als 40% gegenüber dem jetzigen Stand zu erwarten), und die meisten Kantone hätten während einer bestimmten Zeit wegen der Herabsetzung des Vorschuleintrittsalters Bestandeszunahmen zu verzeichnen.
Rückgang der Schülerzahlen der Primarstufe und der Sekundarstufe I
Laut den neuen Szenarien des BFS ist bis 2011 mit einem Rückgang der Anzahl Schülerinnen und Schüler auf der Primarstufe zu rechnen. Die Bestände dürften zunächst von rund 481'000 im Jahr 2006 auf 455'000 im Jahr 2011 sinken (-7,5%). Langfristiger betrachtet, könnten die Schülerzahlen entweder nur noch schwach abnehmen oder bei einer Herabsetzung des Eintrittsalters für die Primarstufe sogar leicht zunehmen (-1% bzw. +1% zwischen 2011 und 2016). Die internationale Migration wird sich schätzungsweise mit +/-2 Prozent auf die Zahlen für 2016 auswirken.
Auf der Sekundarstufe I dürften die Bestände – nachdem sie während 15 Jahren zugenommen und 2006 erstmals schätzungsweise um 1% abgenommen haben – im Zeitraum bis 2015 kontinuierlich sinken (-11% zwischen 2006 und 2016). Die Schülerbestände auf der Primar- und Sekundarstufe I werden wahrscheinlich in praktisch allen Kantonen, ausser in den Kantonen Genf, Waadt, Zürich und Zug, schrumpfen.
Somit könnten die Vorschule und die obligatorische Schule zwischen 2006 und 2016 insgesamt 50'000 bis 60'000 Schülerinnen und Schüler verlieren (-6 bis -8% je nach Szenario).
Die Anzahl Abgängerinnen und Abgänger der obligatorischen Schule wird dieses Jahr voraussichtlich ihren Höchststand erreichen (84'000; +1,8% gegenüber dem Vorjahr) und danach bis ins Jahr 2016 um 13% abnehmen.
Mehr Pensionierungen auf der Primarstufe und Sekundarstufe I
In den nächsten Jahren wird wahrscheinlich eine Vergrösserung des Anteils älterer Lehrkräfte zu beobachten sein. Machten die Lehrkräfte über 50 Jahre 1998 noch 20% des Lehrkörpers aus, waren es 2005 bereits 30 Prozent, und 2010 dürften es 35% sein. Die Zahl der Pensionierungen wird voraussichtlich deutlich zunehmen. Im Jahr 2016 könnten 36% der Austritte Lehrkräfte über 55 Jahre betreffen, während es 2005 noch 20% waren. Die Fluktuationsrate wird damit voraussichtlich auf 11% steigen (während sie in den vergangenen 10 Jahren zwischen 9,5% und 10% lag). Für die Sekundarstufe I ist eine ähnliche Entwicklung zu erwarten (2005: 33% Lehrkräfte über 50 Jahre; 2010: 36%), was ebenfalls eine höhere Anzahl Pensionierungen zur Folge hätte.
Die Abnahme der Schülerbestände dürfte sich jedoch nur geringfügig auf die Lehrkräfterekrutierung auswirken, da ausgehend von einer konstanten Betreuungsquote die Rekrutierung nicht nur von der Schülerzahl an sich, sondern auch von jährlichen Veränderung dieser Zahl und der Entwicklung der Anzahl Austritte von Lehrkräften abhängig ist. Obschon aufgrund der tieferen Schülerzahlen auf der Primarstufe ein Lehrerrückgang zu erwarten wäre, wird die Zahl der jährlichen Rekrutierungen bis 2010 erwartungsgemäss in etwa gleich gross sein wie heute. Die erwartete Stabilisierung der Schülerzahlen ab 2011 sowie die Zunahme der Pensionierungen dürften zu einer verstärkten Rekrutierung neuer Lehrkräfte führen (2015: rund 10% mehr als 2005). Für den gesamten Prognosezeitraum wird die Rekrutierung in der Sekundarstufe I voraussichtlich im Bereich des für 2007 geschätzten Standes liegen.




