Bundesamt für Berufsbildung und Technologie

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Fachhochschulen verleihen die ersten Bachelor-Diplome / Lehrstellenbarometer April 2008

Fachhochschulen verleihen die ersten Bachelor-Diplome

In den nächsten Monaten schliessen etwa 8000 Absolventinnen und Absolventen ein Bachelorstudium an einer Schweizer Fachhochschule ab. Die überwiegende Mehrheit der neu Diplomierten wird direkt in den Arbeitsmarkt übertreten. An einer gemeinsamen Medienkonferenz des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie BBT und economiesuisse in Zusammenarbeit mit der Rektorenkonferenz der Schweizer Fachhochschulen KFH wurden die neuen Abschlüsse vorgestellt und Bilanz zur Bologna-Reform an den Fachhochschulen gezogen.

 

Mit der Einführung des zweistufigen Bologna-Systems wurde das Fachhochschulstudium nicht verlängert, und der Systemwechsel erfolgte kostenneutral. Die frühere FH-Diplomausbildung von 3 bis 3,5 Jahren entspricht grundsätzlich einem Bachelor-Studium. Die bewährten Vorteile der Fachhochschulausbildung - hohe Bildungsrendite, gute Arbeitsmarktaussichten und Einstiegssaläre - müssten erhalten bleiben, betonte BBT-Direktorin Ursula Renold. Sie forderte die Wirtschaft auf, Feedback zu geben, damit die FH-Ausbildungen weiterhin attraktiv und arbeitsmarktorientiert bleiben. Die zentrale Bedeutung des FH-Bachelors dürfe nicht geschmälert werden: "Der Bachelor ist das Kerngeschäft der Fachhochschulen und der effektivste Weg in die Arbeitswelt."

 

KFH-Präsident Marc-André Berclaz bezeichnete die Bachelor-Einführung aus Sicht der Fachhochschulen als erfolgreich. Die neuen Absolvent/innen mit Bachelordiplom bringen gefragte Kompetenzen und Praxiserfahrung mit und sind noch selbstständiger und flexibler, da die reformierte FH-Ausbildung modularisiert wurde und mehr Selbststudium beinhaltet. Trotz Angleichung der Studienstruktur, national und international vergleichbaren Titeln und verbesserter Mobilität zwischen den Hochschulen sollen die Fachhochschulen ihr spezielles Profil bewahren und sich nicht in jeder Hinsicht den anderen Hochschulen anpassen, betonten alle Referenten.

 

Rudolf Minsch von economiesuisse begrüsste aus Sicht der Wirtschaft die reformierte Fachhochschulausbildung. Sie sei von grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung und eine echte Alternative zur Universitätsausbildung. Die Fachhochschulen müssten den Praxisbezug bewahren, ihre Angebote stärker fokussieren und gegenüber anderen Hochschulen klar positionieren, forderte Minsch.

 

Eine Befragung unter economiesuisse-Mitgliedern ergab gute Noten für das Fachhochschulsystem: Die FH-Ausbildung sei arbeitsmarktgerecht und habe das duale Berufsbildungssystem noch attraktiver gemacht. FH-Absolvent/innen bringen Praxiswissen und damit mehr Handlungskompetenzen und eine bessere Vernetzung mit der Berufswelt mit, weshalb sie gefragte Fachkräfte sind. Diese Einschätzung wurde von Stephan Kunz, IBM Development & Integration Manager, bestätigt.

 

Die Bachelor-Titel der Fachhochschulen

Mit der Bologna-Deklaration hat sich die Schweiz verpflichtet, bis 2010 flächendeckend das international gebräuchliche Bachelor-Master-System einzuführen.

Die Schweizer Fachhochschulen stellten im Studienjahr 2005/2006 koordiniert auf das Bachelor-System um, ab Herbst 2008 bieten sie neu auch Masterstudiengänge an. Die ersten Absolvent/innen der dreijährigen Bachelorstudiengänge schliessen im Sommer 2008 ab. Sie erhalten den Titel "Bachelor of Arts FH" oder "Bachelor of Science FH" in einem von knapp 70 anerkannten Studienbereichen.

Das Bachelor-Studium tritt an die Stelle der bisherigen FH-Diplom-Ausbildung. Die FH-Diplome bleiben geschützt. Auch Inhaberinnen und Inhaber eines altrechtlichen FH-Diploms dürfen ab 1.1.2009 den neuen Bachelor-Titel tragen.