Bundesamt für Berufsbildung
Chancengleichheit an Fachhochschulen
Chancengleichheit an Fachhochschulen macht Fortschritte
Chancengleichheit an Fachhochschulen hat sich etabliert. Dies ergibt die kürzlich veröffentlichte Evaluation des Bundesprogramms Chancengleichheit an Fachhochschulen 2004-2007. Die Evaluation untersucht die Erreichung der Strategieziele des Bundes für mehr Chancengleichheit an Fachhochschulen und spricht Empfehlungen für die nächste Förderperiode aus.
Seit dem Jahr 2000 unterstützt der Bund Massnahmen zur Chancengleichheit von Frauen und Männern an Fachhochschulen. In den Kreditperioden 2000-2003 und 2004-2007 standen dafür jeweils 10 Millionen Franken zur Verfügung. Im Hinblick auf die nächste Förderperiode (Botschaft Bildung, Forschung und Innovation für die Jahre 2008-2011) wurden die aktuell unterstützten Massnahmen evaluiert und auf ihre Wirksamkeit untersucht. Wichtigster Erfolg ist laut nun veröffentlichter Evaluation die strukturelle Verankerung von Gleichstellungsorganen an allen öffentlichen Fachhochschulen.
Bei den Geschlechterverhältnissen sind Veränderungen zu beobachten: Seit der Integration der Bereiche Gesundheit, Soziale Arbeit und Kunst in Bundeskompetenz liegt der Frauenanteil unter den Fachhochschul-Studierenden bei 40%. Auch innerhalb der vom Bundesprogramm besonders fokussierten Bereiche Technik, Wirtschaft und Design wurden Fortschritte erzielt: Hier stieg der Frauenanteil unter den Studierenden von 17% im Wintersemester 1997/98 auf knapp 27% im Wintersemester 2005/2006. Leicht zugenommen hat zudem der Frauenanteil unter Dozierenden und Mittelbauangehörigen in Technik, Wirtschaft und Design. Da die Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie an Fachhochschulen grundsätzlich günstig sind, sind hier weitere Steigerungen möglich. Dazu beitragen könnten namentlich Mentoringprojekte für potenzielle Fachhochschul-Dozentinnen, die im Rahmen des Bundesprogramms unterstützt werden.
Einen grossen Anteil unter den 100 geförderten Projekten nehmen Motivationsprojekte für Schülerinnen ein, deren direkte Auswirkung auf die Frauenquote unter den Studierenden noch nicht beziffert werden kann. Sie tragen aber zur Sensibilisierung breiterer Kreise bei. Ein grosses Potenzial orten die Evaluationsberichte unter den Berufsmaturandinnen, deren Zahl in den letzten Jahren stetig angestiegen ist. Sie liegen beim Entscheid für ein Fachhochschul-Studium aber deutlich hinter ihren männlichen Kollegen zurück: So liegt der Frauenanteil bei den Berufsmaturitäten technischer Fachrichtung bei 12%, unter den Studienanfänger/innen dagegen lediglich bei 6%.
Laut Evaluation wurden die Mittel des Bundesprogramms verantwortungsvoll eingesetzt. Auch in den nächsten Jahren sollen die Fachhochschulen bei ihrem gesetzlich verankerten Auftrag, der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern Rechnung zu tragen, unterstützt werden.




