CORECHED-Preis

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CORECHED-Preis für Bildungsforschung verliehen

CORECHED-Preis für Bildungsforschung verliehen

Am 18. April wurde zum zweiten Mal der CORECHED-Preis von Bund und Kantonen für herausragende Projekte in der Bildungsforschung verliehen. Der mit 25'000 Franken dotierte Preis der Schweizerischen Koordinationskonferenz Bildungsforschung (CORECHED) geht dieses Jahr an zwei Projekte.

 

Zum einen wird der Berner Bildungsforscher Erich Ramseier für seine Analyse des Zusammenhangs von Motivation und schulischer Leistung anhand von TIMSS-Daten gewürdigt. Die Arbeit, die von der Universität Zürich als Dissertation angenommen wurde, ist Teil des umfassenden Schulwirksamkeitsprojekts «Schule, Leistung und Persönlichkeit (TIMSS+)». Der wissenschaftliche Beitrag der Forschungsarbeit liegt u.a. darin, Lernmotivation theoretisch fundiert und operationalisiert sowie ergänzend zu den Fachleistungen als Qualitätsmerkmal für die Schule etabliert zu haben. Die Frage, inwiefern es der Schule gelingt, eine langfristige Lernmotivation zu fördern und aufrechtzuerhalten, ist eine aktuelle und höchst relevante Frage. Die CORECHED würdigt die umfangreiche und profunde Analyse zu einer Frage, die vor dem Hintergrund der Erfassung und der Vergleiche schulischer Leistung stark an Relevanz gewonnen hat.

 

Zum anderen wird eine Forschungsgruppe um die Genfer Sprachdidaktikerin Prof. Madelon Saada-Robert für eine Arbeit zum frühen Schrifterwerb ausgezeichnet. Das Projekt «Ecrire pour lire dès 4 ans. Didactique de l’entrée dans l’écrit» führte sie zusammen mit Martine Auvergne, Kristine Balslev, Véronique Claret-Girard, Katia Mazurczak sowie Carole Veuthey an der Universität Genf durch, einer Universität, die für ihre didaktische, insbesondere sprachdidaktische Forschung bekannt ist. Mit dieser innovativen Arbeit wurde eine bislang wenig beachtete Phase des frühkindlichen Schrifterwerbs erhellt. So konnte u.a. die folgende Frage geklärt werden: Wie konstruieren Kinder unter Anleitung durch Erwachsene Bedeutung mittels Bildern und beginnen zu begreifen, dass der Text ebenfalls Sinnträger ist? Mit ihren Ergebnissen stellen die Forscherinnen die herkömmlichen didaktischen Ansätze des frühen Lese- und Schreibunterrichts in Frage, in denen vor dem eigenen Schreiben zuerst einzelne Buchstaben, dann Wörter, später ganze Sätze und Texte gelesen werden. Sie plädieren im Gegenteil für eine Verbindung und Parallelisierung des Schreibenlernens und des Lesenlernens von Beginn weg.

 

Die Vorsteherin des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements, Bundesrätin Doris Leuthard, und die Präsidentin der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, Staatsrätin Isabelle Chassot (FR), haben am 18. April im Rahmen einer Feier in Bern die mit 10'000 resp. 15'000 Franken dotierten Preise überreicht.

 

Die CORECHED ist ein gemeinsames Organ von Bund und Kantonen zur Verbesserung der Koordination in der schweizerischen Bildungsforschung. Auftraggeber sind die Kantone, vertreten durch das Generalsekretariat der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), sowie der Bund; das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD), vertreten durch das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT), und das Eidgenössische Departement des Innern (EDI), vertreten durch das Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF).