ECDL

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(European Computer Driving Licence) in Aus- und Weiterbildung

Was ist ECDL?
Die European Computer Driving Licence – kurz ECDL – ist ein internationales Informatikanwender-Zertifikat, welches bescheinigt, dass der Inhaber des Zertifikats über grundlegende praktische Fähigkeiten in den gebräuchlichsten Computeranwendungen verfügt. Mit dem ECDL-Zertifikat erbringt der Inhaber den Nachweis, dass er die grundlegenden IT-Fertigkeiten beherrscht. Das Zertifikat ist international anerkannt. Es gibt verschiedene Prüfungen auf verschiedenen Niveaus, die grundlegenden Prüfungen werden ECDL Core genannt. 

Module / Prüfungsinhalte
Das gesamte ECDL Core ist modular aufgebaut und besteht aus sieben Teilprüfungen:

  • Modul 1: Grundlagen der Informationstechnologie
  • Modul 2: Computerbenutzung und Dateimanagement (Windows)
  • Modul 3: Textverarbeitung (Word)
  • Modul 4: Tabellenkalkulation (Excel)
  • Modul 5: Datenbanken (Access)
  • Modul 6: Präsentation (PowerPoint)
  • Modul 7: Information und Kommunikation (Internet Explorer und Outlook)

Die Prüfungsinhalte sind im so genannten Syllabus definiert. Darin sind die genauen Lernziele pro Modul festgehalten. Die Prüfungen finden online auf einem eigenen Testsystem statt. Jedes Modul besteht aus 36 Fragen, wovon 75% richtig beantwortet werden müssen.

Zertifikate
Wer beliebige vier der oben genannten Modulprüfungen besteht, erhält das ECDL-Startzertifikat. Das volle ECDL-Zertifikat hingegen bescheinigt, dass alle sieben Module erfolgreich abgeschlossen wurden.

Neue In-Application-Prüfungen
Seit der aktuelle Syllabus 5.0 eingesetzt wird, gibt es neue Prüfungsarten. In gewissen Kreisen war ECDL etwas umstritten, weil man durch die spezielle Prüfungsform angeblich durch Zufall ein Modul erfolgreich beenden konnte, ohne die Anwendung gut zu kennen. Dies hat sich nun sehr geändert! Die Module 3-6 werden neu direkt in der Applikation geprüft, d.h. dass das jeweilige Programm (z.B. Word 2007) geöffnet wird und die Aufträge konkret und praktisch umgesetzt und erfüllt werden müssen. Dies begünstigt die Ausführung der Schritte mit der gewohnten Arbeitstechnik, da in der Regel nur das Endresultat stimmen muss. Zudem beweist der Kandidat, dass er die Handgriffe wirklich beherrscht. Die ersten Erfahrungen mit den Prüfungen sind durchwegs positiv.

ECDL als eine Aspekt in der Ausbildung an der PHSH
Die Studierenden der PHSH besuchen während ihrer Ausbildung mehrere Module aus dem Bereich Information und Kommunikation. Während mit dem Instrument ECDL geprüft wird, ob die nötigen grundlegenden handwerklichen Fertigkeiten vorhanden sind oder während des Basisstudiums noch erworben werden müssen, werden im Diplomstudium die Module „Medienbildung“ und „Fachdidaktik Medien und ICT“ besucht. Dabei erlangen die Studierenden ein breites Wissen zu Themen wie Medienkompetenz, Medienkonsum, Mediennutzung, Medien und Gewalt, Umgang mit dem Internet und Social Networks einerseits, andererseits im pädagogisch-didaktischen Umfeld für den konkreten Einsatz von Medien und ICT im Unterricht.

Für die Studierenden der PHSH ist also das Bestehen des ECDL-Startzertifikats mit definierten Modulen bis spätestens Ende des ersten Studienjahres obligatorisch. Dadurch beweisen sie, dass sie die elementaren Handgriffe in den gängigen Anwendungen beherrschen, welche für das weitere Studium, aber v.a. nachher für die Arbeit als Lehrperson in der Praxis unabdingbar sind. Gleichzeitig erlangen sie ein international anerkanntes Zertifikat, welches in vielen Branchen nützlich ist. Einige Studierende vervollständigen auf freiwilliger Basis im Laufe ihrer Ausbildung das ECDL-Zertifikat auf alle sieben Module. 

ECDL für Lehrpersonen in der Weiterbildung
Auch amtierende Lehrpersonen können das ECDL-Zertifikat ablegen. Mit der Einführung des neuen ICT-Konzepts des Kantons Schaffhausen (vgl. Serviceplattform Bildung: https://www.sh.ch/schule/index.php?id=10929) werden neu ICT-Fachlehrpersonen für das Fach ICT auf der Oberstufe ausgebildet. Wer die Unterrichtsbefähigung in diesem Bereich erlangen möchte, muss neben anderen Zusatzqualifikationen auch das ECDL-Startzertifikat in bestimmten Bereichen ablegen.

Alle anderen Lehrpersonen sämtlicher Stufen können das Zertifikat auf freiwilliger Basis ablegen, die Prüfungsgebühren werden vom Kanton übernommen. Dabei können sie ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und attestieren lassen. In den Informatik-LWB-Kursen können die wichtigsten Fertigkeiten in den Anwendungen erworben werden. Zusammen mit der eigenen praktischen Übung lassen sich die Prüfungen absolvieren.

ECDL-Testcenter Fachstelle KITU
ECDL-Prüfungen müssen in einem anerkannten ECDL-Testcenter ablegt werden. Für die Schule ist dies die Fachstelle KITU (Kommunikations- und Informationstechnologien im Unterricht, www.kitu.ch). Als Beratungsstelle für ICT-Fragen der Schaffhauser Volksschule ist sie ohnehin Ansprechpartnerin für Schulen, Lehrpersonen und Behörden im Bereich Computer im Unterricht. In Zusammenarbeit mit der PHSH konzeptualisiert sie zudem die Informatik-LWB-Kurse. Sie nimmt als Testcenter die Prüfungen bei Studierenden und Lehrpersonen ab.

Weitere Informationen zu ECDL für Lehrpersonen und Studierende sowie Anmeldungsmöglichkeiten finden Sie unter www.kitu.ch > ECDL.

Sarah Schilling, 1978, Dozentin für Information und Kommunikation an der PHSH, ECDL-Verantwortliche PHSH / Mitarbeiterin Fachstelle KITU (Testcenter).