"Fair kopieren! Urheberrecht achten"
- eine Kampagne des SBVV und der Deutschschweizer Lehrmittelverlage
Schulen kopieren zu oft illegal Lehrmittel
Den Deutschschweizer Lehrmittelverlagen gehen jährlich Millionen von Franken verloren, weil Lehrpersonen illegal Lehrmittel kopieren. Der Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband (SBVV) will dies nicht länger hinnehmen.
Zusammen mit den Lehrmittelverlagen hat der SBVV die Kampagne "Fair kopieren! Urheberrecht achten" lanciert. Sämtliche Schulen in der Deutschschweiz sollen auf die Folgen des widerrechtlichen Kopierens von Lehrmitteln aufmerksam gemacht werden, wie der Verband an einer Medienkonferenz in Zürich mitteilte.
Laut SBVV werden immer häufiger ganze Schulbücher kopiert und eingescannt oder aus verschiedenen Lehrmitteln neue zusammengestellt und im Internet veröffentlicht. Daraus resultiere für Deutschschweizer Lehrmittelverlage ein Schaden von schätzungsweise 50 Millionen Franken jährlich.
Zurückzuführen sei das unerlaubte Kopieren von ganzen Lehrmitteln in den wenigsten Fällen auf Böswilligkeit der Lehrpersonen. Ursache dafür seien vielmehr Unwissen und die immer kleineren Anschaffungskredite. Teilweise seien die Kopierbudgets der Schulen höher als der Anschaffungsetat für neue Lehrmittel - das sei absurd.
An einzelnen Schulen werde wild draufloskopiert - und die Lehrpersonen würden dafür von den Schulbehörden noch gelobt, weil sie damit Kosten sparten, stellte Irene Schüpfer vom Verlag Klett und Balmer AG fest. Das Unrechtsbewusstsein sei nicht sehr gross.
Für die Lehrmittelverlage stelle die Kopierwut jedoch eine "existenzielle Bedrohung" dar. Die Herstellung von Lehrmitteln sei sehr kompliziert und aufwendig und verursache Kosten zwischen 500'000 und einer Million Franken.
Laut SBVV geniessen Schulen beim Urheberrecht gegenüber andern Nutzern gewisse Privilegien. So dürften sie beispielsweise für den Unterricht Abschnitte von Lehrmitteln für die Klasse kopieren. Unterstützt wird die Kampagne auch vom Dachverband der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH).
Weitere Informationen unter www.fair-kopieren.ch




