Forschung und Entwicklung an der PHSH

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Im Gegensatz zur internationalen Finanzwelt bewegt sich die PHSH stetig weiter auf ihrem Konsolidierungs- und Entwicklungskurs. Gesamtschweizerisch sind die kleinen Pädagogischen Hochschulen daran, sich (wieder) die nötige Beachtung zu verschaffen. Es wird auch in den sog. Randregionen gute Arbeit geleistet. Dazu gehören der Thurgau, Graubünden, das Wallis, das Tessin, die Kantone Jura und Neuenburg - verbunden mit dem französisch sprechenden Bern und natürlich auch Schaffhausen. Der Kanton Fribourg ist zwar keine Randregion, gehört mit seiner PH aber ebenfalls zu den kleineren. Es ist wichtig, dass der föderalistische Grundgedanke der Schweiz auch in der Pädagogischen Hochschullandschaft positiv umgesetzt wird.

Die Arbeit der PHSH ist bereits an verschiedenen Stellen, z.B. im Jahresbericht, beschrieben worden. In dieser Ausgabe des Schulblatts sei der Schwerpunkt auf den aktuellen Tätigkeiten im Bereich Forschung und Entwicklung gelegt. Seit dem ersten Forschungsprojekt 2003/05 (Erziehungsdepartement: "Evaluation der Jokertage") ist viel gegangen. Dabei ist erstaunlich, dass aus der deutschen Wissenschaftsszene wie auch aus der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien ein starkes Echo auf unsere Tätigkeiten zurückkommt. Aus unserer 'Forschungswerkstatt' wurde nicht nur publiziert, sondern es sind in den letzten Jahren auch mehrere Vorträge an deutschen Universitäten gehalten worden (durch den Forschungleiter und durch Studierende).

Vielleicht ist die bildungswissenschaftliche Schweiz etwas zu klein, um den 'Kleinen' auch etwas 'Luft' zu lassen. Die Szene ist derzeit bestimmt durch den Wettbewerb zwischen den 'Grossen' um ihre Stellung als Hochschulen. Das zeigt sich auch in der Forschung.

Medienkonvergenz - ein Begriff zur Zeit in allen Medien. Damit ist der Verbund verschiedener Einzelmedien zu multimedialen Ereignissen auf dem web gemeint. Man sieht das sehr anschaulich an den aktuellen Strukturprojekten der SRG: "Radio, Fernsehen und Internet sollen näher zusammen-rücken", Titelseite der SN, 20.3.09. - Was hat das mit der PHSH zu tun? Im Bereich B&E wird das neue "B&E-Projekt" ab HS 09 eingeführt. Darin spielt die Öffentlichkeit der Ergebnisse (Dissemination und Möglichkeit zu einem öffentlichen Diskurs) eine wichtige Rolle. Die Studierenden haben die Wahl zwischen verschiedenen Formen wie Referat, Medienartikel, öffentliches Kolloquium - aber auch einem Internet-Auftritt auf unserer Homepage in der Form eines multimedialen Podcasts. Das ist neu an unserer Schule und wird natürlich entsprechend eingeführt - man kann sich freuen!

Eduard Looser, Rektor PHSH  


Ein paar Forschungssplitter

1. Nationalfondgesuch der PHSH, PHGR und PHSG
Per 1. März 2009 haben die drei PH Graubünden, St. Gallen und Schaffhausen (assoziiert PHZH) beim Schweizerischen Nationalfonds ein Forschungsgesuch um Fördermittel von Fr. 202’000.-- beziehungsweise 180 Stellenprozenten eingereicht. Der Arbeitstitel ist: Historisches Wissen und Verstehen von 4- bis 10-jährigen Kindern in der deutschen, romanischen und italienischen Schweiz (n=800). Die FHNW (Liestal) hat ebenfalls ihr Interesse bekundet. Die PH Weingarten (Prof. Reinhoffer) hat zudem ihre Bereitschaft bekundet, das Projekt zu prüfen.

Die Verantwortung für die Leitung des Projektes (Lead) liegt zur Zeit bei der PHSH.

2. Referat der PHSH an der Humboldt-Universität Berlin (12. - 14.3.2009)
Der Delegierte für Forschung und Entwicklung hielt am Jahreskongress 2009 der Gesellschaft der Didaktik des Sachunterrichts an der Humboldt-Universität Berlin ein Referat zum Thema “Komplexe Forschungsdesigns im Sachunterricht dank Strukturgleichungs-modelle?” als Beitrag zur Methodendiskussion im Sachunterricht. Am Kongress waren aus der Schweiz vertreten die PHSH, PHZ, FHNW, PHBern. Die PHBern hielt ebenfalls ein Referat.

3. Internationale Publikation im März 2009

Im Jahresband der GDSU* ist ein Beitrag der PHSH im März 2009 veröffentlicht worden.
Kübler M. (2009). Entwicklung von Zeitbewusstsein bei 6- bis 11-jährigen Kindern. In: Lauterbach R., Giest H., Marquardt-Mau B. Lernen und kindliche Entwicklung. Elementarbildung und Sachunterricht. Probleme und Perspektiven des Sachunterrichts, Band 19. Bad Heilbrunn. S. 253 – 260.

*Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts e. V. www.gdsu.de/wb/ 

4. Anfrage an die PHSH für Drittmittelantrag DfG (BRD)

Prof. Wolfgang Einsiedler hat die PHSH angefragt, ob sie die Formulierung eines Drittmittelgesuches bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (analog SNF) im Namen der GDSU aktiv unterstützen würde durch ihre Mitarbeit in einer Projektgruppe gemeinsam mit Prof. Dagmar Richter Technische Universität Braunschweig). Das Gesuch soll den sozialwissenschaftlichen Bereich des Sachunterrichts abdecken. Prof. Einsiedler hat speziell die PHSH angefragt, weil diese bereits in der Fachdidaktik empirisch arbeitet und publiziert. Geplant ist die Ausarbeitung eines grösseren Förderantrages bis im Frühling 2011.

Diese Anfrage ist eine hohe Ehre und zeugt von der Wertschätzung, die die PHSH in Deutschland (sic!) im Bereich der Erforschung des Sachunterrichts geniesst!

5. Methodenkurse für Dozierende – SNF finanziert Fr. 50'000.--
Der Schweizerische Nationalfonds hat das Gesuch der FHNW, der PHTG und der PHSH um Finanzierung der Methodenkurse für Mitarbeiter/innen der drei PH wurde zum dritten Mal positiv beantwortet. Die Fördermittel betragen Fr. 50’000.--. Im letzten Kurs  (Aug. 2008 bis Jan. 2009) war die PHSH mit 4 Teilnehmenden vertreten (darunter zwei aus der AHS Eupen). Die neuen Kurse dauern wieder 6 Tage und finden im August 09 und Januar 10 statt.

6. Internationale Zusammenarbeit mit der AHS Eupen; Gemeinsames F-Projekt
Am 17. März 2009 fand an der PHSH ein Kolloquium mit Dr. Sabrina Sereni, AHS Eupen, statt. Die Forschungsleiterin der AHS berichtete über die Ergebnisse der internationalen IGLU- Studie in der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien (siehe SN 19.3.2009, Martin Edlin). In Abklärung ist jetzt ein erstes gemeinsames Projekt im Bereich Sprachverstehen und Sachunterricht durch binnendifferenzierende Texte. Geplant ist eine Drittmittelförderung durch die Europäische Union (Euresearch bzw. Comenius).

7. Ausstellung “non-stop” in Lenzburg – Beitrag der PHSH
In Lenzburg hat die Ausstellung “non stop” – eine Ausstellung über die Geschwindigkeit des Lebens” im Zeughausareal Lenzburg am 9. März 2009 ihre Tore eröffnet. Die Ausstellung thematisiert breit die Beschleunigung unseres Lebens mit vielen Zugängen und Objekten. Die PHSH leistete einen Beitrag zur Ausstellung in der Form von Zeichnungen von Kindern der 1. bis 4. Klasse (unter dem Aspekt des kindlichen Zeitkonzeptes). Anlässlich unserer Untersuchung zum Zeitbewusstsein 2007 an der PHSH stellten wir den Kindern die Frage:
“Wie stellst du dir die Zeit vor?” Etwa 280 Zeichnungen entstanden. Sehr schön lässt sich nun die Entwicklung des Zeitkonzeptes der Kinder verfolgen. Zeichnen die Kinder in der ersten Klasse vorwiegend Uhren (konkreter Zugang), nehmen die Zeichnungen mit zyklischen Motiven (Jahreskreis) oder mit linearen Motiven (ein Baum wächst) zu? Die Ausstellung zeigt 40 ausgewählte Zeichnungen der Kinder. (Die inhaltsanalytische Bearbeitung der Zeichnungen erfolgte vorgängig durch Tina Ammann, wiss. Assistentin F&E an der PHSH).

8. Anfrage für ein Panel an den Geschichtstagen März 2010 der Gesellschaft für Geschichte der Schweiz (GGS)
Die PHSH wurde eingeladen, anlässlich eines Panels einen zentralen Beitrag zum historischen Lernen an der Primarstufe zu leisten. Das Panel thematisiert die Bereiche Theorie, Empirie und Pragmatik. Das Referat findet neben dem von Prof. Dietmar von Reeken (der namhafteste Vertreter der Didaktik der Geschichte in Deutschland). Der Beitrag der PHSH wird den Aspekt der empirischen Erforschung historischen Denkens von Kindern beleuchten (Wie 'misst' man Geschichte?). Anlässlich der Diskussion um Bildungsstandards, HarmoS und Deutschschweizer Lehrplan ist dies eine wichtige und aktuelle Frage.

9. Aktuelle Publikationen aus der Forschungsabteilung der PHSH (Dr. Markus Kübler) des laufenden Jahres bis März 2009

  • Kübler M. (2009). Ich war - ich bin - ich werde sein. Kinder auf dem Weg zum autobiografischen Selbst. In: Schule konkret 4/2009. Schule und Weiterbildung Schweiz. Hölstein. S. xy (im Druck)
  • Kübler M. (2009): Als wir alle noch Kinder waren - Familienfotos erzählen Geschichten. In: Schule konkret 2/2009. Schule und Weiterbildung Schweiz. Hölstein. S. xy (im Druck)
  • Kübler M.. (2009). Entwicklung von Zeitbewusstsein bei 6- bis 11-jährigen Kindern. In: Lauterbach R., Giest H., Marquardt-Mau B. Lernen und kindliche Entwicklung. Elementarbildung und Sachunterricht. Probleme und Perspektiven des Sachunterrichts, Band 19. Bad Heilbrunn. S. 253 – 260.
  • Kübler M. (2009): Forschen an Pädagogischen Hochschulen. In: Jahresbericht 2007/2008. Pädagogische Hochschule Schaffhausen. Schaffhausen. S. 10 - 12.
  • Kübler M. (2009): Zeitmanagement bei Kindern. In: Jahresbericht 2007/2008. Pädagogische Hochschule Schaffhausen. Schaffhausen. S. 13 - 14.
  • Kübler M. (2009): Simmentaler Bauernhäuser. In: Schule konkret 1/2009. Schule und Weiterbildung Schweiz. Hölstein. S. 38 - 42.
  • Kübler M. (2009): Wohnen in der Steinzeit. In: Schule konkret 1/2009. Schule und Weiterbildung Schweiz. Hölstein. S. 10 - 13.

10. Englische Fassung der Forschungsergebnisse der PHSH auf www.phsh.ch

Seit kurzem werden die Ergebnisse unserer Forschungen auch in englischer Fassung auf unserer Website publiziert: (Beispiel: Kübler M. (2008). Development of Time Consciousness of Children between the age 6 -12An empirical study of n=297 children 2005 - 200. In: http://www.phsh.ch/default-n207-sD.html ). Bei der Titelsetzung achten wir zudem auf die weit verbreitete Suche mit Google. Gibt man in Google die Stichworte "Zeitbewusstsein Kinder" oder "time consciousness children" ein, wird die PHSH weit oben genannt. Die etlichen Anfragen an die PHSH per Mail zeigen vom Interesse der Hochschulen an unseren Forschungsergebnissen.

Wir sind überzeugt, dass wir in den kommenden Jahren mit zunehmender Vernetzung unter den schweizerischen und internationalen Hochschulen eine hochwertige Forschung aufrechterhalten und ausbauen können, die auch internationale Anerkennung findet!

Dr. Markus Kübler