Gesundheitsförderung
Anforderungen und Ressourcen im Lehrberuf / Radix - Alkoholprävention / SFA - neuer Flyer Cannabis
Anforderungen und Ressourcen im Lehrberuf
An der Pädagogischen Hochschule FHNW werden zur Stärkung von individuellen Ressourcen wie auch von teamorientierten Ressourcen Programme und Unterlagen angeboten.
Hintergrund
"Nervliche Belastungen am Arbeitsplatz" werden gemäss Bundesamt für Statistik (2006) von 41% der Frauen und 47% der Männer relativ häufig erlebt. Bei Fach- und Hochschulabsolvierenden liegt diese Rate mit 56% gar höher. Nervliche Anspannungen und Stress äussern sich in körperlichen und psychischen Symptomen. Von den Arbeitnehmenden in der EU erwähnen in einer repräsentativen Studie (EuroFoundation, 2002) 33%, dass sie regelmässig an Rückenproblemen leiden, 28% an Stress, 23% an allgemeiner Erschöpfung und 15% an Kopfschmerzen. Als Ursache des Belastungsdruckes wird meistens das Arbeitsleben oder die Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben angegeben.
Wie sehen Stresserleben und Umgang mit Belastungen spezifisch für den Lehrberuf in der Schweiz aus? Welche Möglichkeiten zur Entlastung und Ressourcenförderung bestehen?
Gemäss verschiedener Untersuchungen (Schaarschmidt & Fischer; Ulich; Vuille et al.; Schmitz & Leidl) zeigt sich, dass im Lehrberuf ein eher ungünstiger Umgang mit Stress und Belastungen vorliegt, da sich bei relativ vielen Personen eine hohe Verausgabungsbereitschaft mit einer geringen Distanzierungsfähigkeit verbindet. Ausbrennen ist verbunden mit unrealistischen Ansprüchen, mit unklaren Zielformulierungen und als Folge davon mit Enttäuschung. Weitere Faktoren, welche zu "Burnout" beitragen können, sind ein grosses Unterrichtspensum, Anzahl Dienstjahre (über 15 Jahre) und Schulstufe (ab Mittelstufe).
Handlungsbedarf ist angesagt – und es existieren auch viele erfolgversprechende Handlungsmöglichkeiten.
Es konnte nachgewiesen werden, dass Schulleitungen und der Einbezug von Therapeutinnen, Therapeuten und Fachstellen als entlastend wahrgenommen wurden (Ulich; Schaarschmidt). Im Kanton Basel-Stadt wurden beispielsweise Kriseninterventionsstellen sowie die Möglichkeit von Sabbaticals geschaffen. In Stadtberner Schulen wurde Folgendes als entlastend erlebt: gegenseitige Schulbesuche; verbesserte Zusammenarbeit im Kollegium; klare Strukturen, geklärte Kompetenzen; Unterstützung durch Fachleute; Elternmitarbeit sowie verbesserte Zusammenarbeit mit der Schulleitung (Vuille et al.).
Dennoch: Die Berufszufriedenheit in der Schweiz ist ziemlich hoch. Für die meisten Lehrpersonen steht die pädagogische Arbeit im Vordergrund. Die relativ hohe Selbstbestimmung wird geschätzt. International gesehen gehören Schweizer Lehrpersonen zu den Spitzenverdienenden, haben jedoch im Vergleich mit Berufskolleginnen und -kollegen aus anderen OECD-Ländern auch die höchsten Arbeitspensen.
Gruppentraining zur Ressourcenaktivierung im Lehrkollegium (GRAL)
Die Voraussetzungen für die Entwicklung und Durchführung des Programms GRAL können wie folgt beschrieben werden: Die Anforderungen an den Lehrberuf steigen durch die zunehmende Komplexität der Kernaufgaben wie auch durch zunehmende Aufgaben wie soziale Integration, Sparmassnahmen, Reformen. Vermehrte Anforderungen führen zu vermehrten Belastungen. Im Lehrberuf besteht einerseits ein hohes Anforderungs- und Belastungspotenzial, demgegenüber existieren jedoch kaum institutionalisierte Formen zur Ressourcenaktivierung. An diesem Punkt setzt das Programm GRAL, welches in Form einer Interventionsstudie durchgeführt wird, an. Der Zeitpunkt für das Programm scheint auch günstig, weil zurzeit in den meisten Schweizer Kantonen Schulleitungen eingesetzt werden. Dies bietet die Möglichkeit, Ressourcenaktivierung durch die Schulleitung im Sinne von betrieblicher Gesundheitsförderung (System-, Team- und Personalentwicklung) zu initiieren.
Das Programm GRAL hat zum Ziel, individuelle und teamorientierte Ressourcen und Kompetenzen von Lehrpersonen zu stärken.
Das Begleitjournal GRAL, welches im Programm GRAL verwendet wird, aber auch von Einzelpersonen oder Kollegien in Eigenregie eingesetzt werden kann, beinhaltet Arbeitsunterlagen und Übungen zum Thema Umgang mit Stress, Stärkung von individuellen Ressourcen und Ressourcen im Team. Zudem enthält es kurze theoretische Inputs zum Stressgeschehen, zur Ressourcenaktivierung, zum mentalen Selbstmanagement und zur Selbstwirksamkeitserwartung.
Weiterführende Links
http://www.bildungundgesundheit.ch/dyn/1464.asp
Das Forum ist aufgebaut nach dem Motto "Wenn manche Lehrer/innen wüssten, was andere wissen, fiele ihnen manches leichter".
Programm zum Stressabbau und zur Stressprävention am Arbeitsplatz (Checklisten, Liste mit Beraterinnen und Beratern).




