Gewerbemuseum Winterthur
André Bless - Lichtinstallationen zwischen Schein und Wirklichkeit
André Bless - Lichtinstallationen zwischen Schein und Wirklichkeit

Ausstellung im Gewerbemuseum Winterthur vom
3. November 2007 bis 2. Januar 2008
im Rahmen der Internationalen Lichttage Winterthur 2007
Eröffnung der Ausstellung von André Bless im Rahmen der Vernissage der Internationalen Lichttage Winterthur:
Freitag, 2. November 2007, 18 Uhr im Zelt auf dem Kirchplatz Winterthur vor dem Gewerbemuseum
Die Einzelausstellung im Gewerbemuseum mit den Lichtinstallationen von André Bless (* St. Gallen 1950) findet anlässlich der Internationalen Lichttage Winterthur statt und dauert darüber hinaus noch bis Anfangs Januar 08. André Bless beschäftigt sich in seiner künstlerischen Arbeit bereits seit den 1980er Jahren mit dem Medium Licht. Dabei arbeitet er vorwiegend mit projiziertem Licht von Diaprojektoren und Beamern, mit denen er subtile Eingriffe in Räume und alltägliche Situationen vornimmt. Seine Arbeiten sind Versuchsanordnungen, die Fragen an unsere Wahrnehmung aufwerfen – Irritation, Simulation oder auch Täuschung sind die Mittel dafür. In einem Dialog von natürlichem und künstlichem Licht schafft André Bless ambivalente Situationen, in denen sich die Grenzen zwischen Realität und Projektion verwischen. Mit einer reduzierten Arbeitsweise untersucht er dabei das Spannungsfeld zwischen Materialisierung und Entmaterialisierung der Dinge oder auch das Verhältnis zwischen Konstanz und Flüchtigkeit. Damit wirft uns André Bless stets erneut auf Fragen nach der Verhältnismässigkeit unserer eigenen Sichtweisen zurück und stellt die Relativität der Wahrnehmung unserer Wirklichkeit ins Zentrum seiner künstlerischen Intentionen.
So beruht beispielsweise die Arbeit "Greeting Hopper" auf sehr exakten Beobachtungen von Licht und Schatten respektive von Kunst- und Naturlicht. In dieser ortsbezogenen Diainstallation aus dem Jahr 2000 projizierte André Bless in einem Raum mit mehreren Fenstern ein Lichtfeld mit Fensterkreuz an eine Wand, das erst bei genauem Hinschauen oder beim Eindunkeln und der Abnahme des natürlichen Aussenlichts als künstliches Licht erfahrbar wurde. Dank präzisen Überblendungen des Naturlichts durch Kunstlicht lotete André Bless in dieser Arbeit die Grenzen unserer Wahrnehmung aus und lenkte den Blick auf kaum wahrnehmbare Veränderungen von Lichtphänomenen.
Im Gegensatz dazu ist die eigens für die aktuelle Ausstellung im Gewerbemuseum konzipierte Arbeit "Transient Lights" (2007) eine vollständig künstliche Inszenierung. Die Videoinstallation erzeugt eine nächtliche Raumsituation, welche den Licht- und Schattenwurf vorbeifahrender Autos durch die Fenster des Museums simuliert. In Wirklichkeit wurden Lichteinfall wie auch Geräusche der Fahrzeuge an einem andern Ort der Stadt aufgenommen. Gleichwohl hinterlässt die im Museum reproduzierte Situation den Eindruck von bewegten Fensterschatten, die im Rhythmus der Scheinwerfer vorbeifahrender Autos durch den Raum wandern. Gleichzeitig wird der Schatten des Betrachters paradoxerweise aus dem Innern des Raumes auf die Wände geworfen, sodass eine Umkehrung der gewohnten Verhältnisse entsteht.
Die Lichtwerke von André Bless sind im Winterthurer Raum wohlbekannt, seine meist ortspezifischen Werke waren bereits mehrmals in Schaffhausen, Zürich, Singen, Winterthur und Aarau zu sehen. Im Gewerbemuseum Winterthur werden acht verschiedene Installationen von André Bless präsentiert.
Sonderöffnungszeiten während der Internationalen Lichttage
Montag 17-20 Uhr
Dienstag bis Sonntag 10-20 Uhr
Gewerbemuseum Winterthur
Kirchplatz 14
CH-8400 Winterthur
Telefon 052 267 51 36
e-mail gewerbemuseum(at)win.ch




