Glückliche Tage?

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Kinder in der Schweizer Kunst vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Glückliche Tage?

Bild 1: Angelika Kauffmann: Bildnis der Geschwister Plymouth als Amor und Psyche, 1795, Bündner Kunstmuseum Chur

Kinder in der Schweizer Kunst vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart

 

Museum zu Allerheiligen Schaffhausen / Kunstverein Schaffhausen

18. Mai bis 21. September 2008

 

Die Kunstgeschichte ist reich an Kinderdarstellungen. Über die Epochen hinweg lassen sich Kinderbilder wie Sittengemälde ihrer Zeit, wie gesellschaftliche Momentaufnahmen lesen. Jenseits der Welt der Märchen und Fabeln, jenseits von heiterem Kinderglück und Mutterliebe stellen sich Fragen nach sozialen, gesellschaftlichen und politischen Orientierungen, nach Erziehung, Züchtigung oder Missbrauch, Sexualität und moralischem Wandel, nach Krankheit und Tod.

 

Überraschenderweise wurde das Thema bislang in der Schweiz noch nie im Überblick dargestellt. Brisanz verleiht dem scheinbar so idyllischen Thema die derzeitige öffentliche Diskussion über die Vernachlässigung von Kindern, über Jugendgewalt und eine zunehmend überalternde Gesellschaft bei gleichzeitig abnehmender Geburtenzahl, und das nicht nur in der Schweiz.

 

Oft wird das Thema Kinder in der Kunst mit heiterer Idylle, lieblichem Behütetsein und naiver Harmlosigkeit verbunden. Bei genauerer Betrachtung spricht jedoch eine Vielzahl der Bilder eine andere Sprache. Bereits die Kinder des 18. Jahrhunderts erscheinen nicht immer glücklich, in den feudalen Gewandungen der Erwachsenenwelt posieren zu müssen. Kinderarbeit im 19. Jahrhundert ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Kinder keineswegs nur dem alleinigen Glücklichsein überlassen wurden. Und erst recht zeichnet die Kunst des 20. Jahrhunderts ein Bild des Kindes zwischen Einsamkeit, Angst und Gewalt. Die Ausstellung zielt auf diesen schillernden, ambivalenten Grat zwischen Idylle und Abgrund.

 

Die Hängung ist thematisch aufgebaut, um über die verschiedenen Epochen hinweg, Vergleichsmöglichkeiten zu eröffnen. Einige der bedeutendsten Schweizer Künstler ihrer Zeit sind in der Ausstellung vertreten, darunter: Anton Graff, Angelika Kauffmann, Albert Anker, Frank Buchser, Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler, Adolf Dietrich, Max Gubler, Varlin, Martin Disler, Annelies Štrba, Uwe Wittwer. Aber auch junge, vielversprechende Schweizer Kunstschaffende sind zu entdecken und vertreten die unmittelbare Gegenwart, z.B. Samuel Blaser, Klodin Erb, Goran Galic und Gian-Reto Gredig, Tatjana Gerhard, Laurence Huber, Chantal Michel, Léopold Rabus.

 

 

Einführung für Lehrkräfte

Mittwoch, 28. Mai 2008, 14-16 Uhr

Mit Markus Stegmann und Franziska Knapp

 

Schulen

Für Lehrkräfte haben wir spezielle Informationen zusammengestellt. Workshops für Schulklassen auf Wunsch, Tel. +41 52 633 07 77

 

Ausstellungsheft für Kinder und Publikation

Speziell für Kinder erscheint ein Ausstellungsheft voller Aufgaben, mit dem sie diese erforschen und entdecken können.

 

Eine umfangreiche Begleitpublikation dokumentiert die Werke der Ausstellung und gibt vertieften Einblick in historische, soziale und psychologische Zusammenhänge. Essay von Markus Stegmann, 84 Seiten, 69 Farbabbildungen, Hardcover, Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich, CHF 48.- (in der Ausstellung).

 

Wettbewerb für Kinder

Kinder bis 12 Jahre sind eingeladen, an einem Malwettbewerb teilzunehmen. Es winken erlebnisreiche Preise. Nähere Informationen auf www.allerheiligen.ch

 

Besondere Veranstaltungen für Kinder

Mittwoch, 4. Juni 2008, 15.00 Uhr

Kinder führen Senioren durch die Ausstellung

Franziska Knapp

 

Mittwoch, 2. Juli 2008, 14.15 Uhr

Mittwochsgeschichten für Kinder. In Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Schaffhausen.

Désirée Senn und Sasha Hagen

 

Sonntag, 24. August 2008, 14.30 Uhr

Kinder, Kunst und Kuchen - Schatzinsel

Franziska Knapp und Markus Stegmann

Teilnehmerzahl beschränkt, bitte anmelden

 

Mittwoch, 3. September 2008, 14.15 Uhr

Mittwochsgeschichten für Kinder. In Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Schaffhausen.

Désirée Senn und Sasha Hagen

 

Das gesamte Veranstaltungsprogramm findet sich auf unserer Homepage unter www.allerheiligen.ch