Jugendgewalt - Neue Studien und Prävention
Neue Forschungserkenntnisse zu Gewalt bei Kindern und Jugendlichen
Auf Einladung Françoise D. Alsaker, Professorin am Psychologischen Institut der Universität Bern, trafen sich am Wochenende vom 8. bis 10. Juni rund 30 Fachleute für Gewaltprävention aus Kanada, USA, Südkorea, Spanien, Italien, Portugal, Finnland, Norwegen, Grossbritannien, der Niederlande und Österreich in Kandersteg/BE. Sie trugen ihre wissenschaftlichen Ergebnisse und Erfahrungen zusammen und identifizierten in der Diskussion entscheidende Massnahmen für die Entwicklung besserer Sozialbeziehungen bei Kindern.
In beinahe jeder Schulklasse werden Kinder von anderen Kindern geplagt, häufig, ohne dass Lehrerinnen, Lehrer und Eltern es merken. Weltweite Forschung weist übereinstimmend nach, dass die Opfer zum Teil lebenslange psychische, zum Teil sogar neurologisch nachweisbare Schäden erleiden. Dies ist eine klare Verletzung der Rechte, die jedem Kind durch die UNO-Kinderrechtskonvention zugestanden werden.
„Feuerwehrübungen“, wenn die Probleme in einzelnen Schulen überborden, sind nötig; viel wichtiger sind jedoch vorbeugende Massnahmen. Einige Länder wie Kanada, Finnland und Norwegen haben bereits grosse nationale Präventionsprogramme sowohl für Kinder als auch für Jugendliche eingerichtet. Die ersten Ergebnisse sind ermutigend. Weitere Länder sind dabei, ebenfalls Programme zur Prävention von Gewalt zu planen.
In der Schweiz besteht eine grosse Nachfrage nach entsprechenden Angeboten. Am 11. Juni trafen sich 140 Fachleute aus der Praxis in Kandersteg, um die Ergebnisse des Wochenendes aufnehmen und ihre Umsetzung in Schule, Freizeit und Elternbildung zu diskutieren.
Die Ergebnisse des Kongresses werden in Form einer öffentlichen internationalen Erklärung, der „Kandersteg declaration“ festgehalten werden.




