Kinokultur in der Schule

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Förderung der Kinokultur in der Schule

Das erste Betriebsjahr von «Kinokultur in der Schule» konnte in Frühling 2010 erfolgreich abgeschlossen werden und die Finanzierung zur Weiterarbeit ist zwischenzeitlich sichergestellt.  

Das Projekt «Kinokultur in der Schule» wurde 2009 von Heinz Urben (Medienpädagoge) und Ruth Köppl (Filmwissenschaftlerin) lanciert und hat zum Ziel, Schülerinnen und Schüler für das Medium Film zu sensibilisieren und für die aktuelle Schweizer Filmkultur zu begeistern. Dabei geht es speziell darum, die Lust an der Auseinandersetzung mit den inhaltlichen und formalen Gestaltungsmitteln des Mediums Film zu wecken und den Blick von Jugendlichen gezielt für eine Filmkultur ausserhalb des Mainsteams zu schärfen.  

«Kinokultur in der Schule» erarbeitet zu allen angebotenen Filmen Unterrichtsmaterial, das auf der Website www.achaos.ch unter «Kinokultur Downloads» kostenlos heruntergeladen und praktisch ohne Vorbereitungszeit als fertiges Lehrmittel verwendet werden kann.  

Während ca. 8 bis 12 Monaten können die Filme zu vergünstigten Eintrittspreisen in Spezialvorführungen während der Schulzeit im Kino visioniert werden. 

Evaluation zeigt erste Erfolge
«Kinokultur in der Schule» wird unter der Leitung von Prof. Dr. Daniel Süss von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, ZHAW evaluiert. Folgende kurzen Auszüge aus dem ersten Zwischenbericht zeigen, dass das Projekt Kinokultur «in die richtige Stossrichtung zielt»:  

Als Quintessenz aus der schriftlichen Schülerinnen- und Schülerbefragung in Bezug auf das Projekt «Kinokultur in der Schule» können folgende Schlüsse gezogen werden. Die Adoleszenten gehen zwar regelmässig und sehr gerne ins Kino, schauen sich in der Freizeit dort aber vor allem amerikanische Blockbuster an. (…) Trotzdem interessieren sich die Adoleszenten für den Inhalt und die Figuren im gezeigten Film und konnten dem Schulkinobesuch eine Reihe von positiven Aspekten abgewinnen. (…) Der rezipierte Film wurde in der Klasse sowohl vor wie auch nach der Vorführung intensiv thematisiert. Auch dieser Aspekt weist auf einen gewinnbringenden und adäquaten Einsatz der Unterrichtsmaterialien hin. Das Kino als Ort der sozialen Begenung wird von den Jugendlichen ebenfalls sehr geschätzt. Sie ziehen die Filmvorführung im Kino einer Rezeption des Films von der DVD vor. (…) Die Jugendlichen stehen dem Medium Film im Unterricht allgemein sehr positiv gegenüber. Dieser Befund kann als Zeichen für die Wichtigkeit von filmkulturfördernden Massnahmen gedeutet werden.»  

«Die Bewertung der Unterrichtsmaterialen durch eine Fachperson hat ergeben, dass die Materialien didaktisch auf einem hohen qualitativen Niveau sind.»  

«Aus den Daten der Schülerbefragung lassen sich erste Anzeichen ableiten, die darauf hindeuten, dass das Projekt «Kinokultur in der Schule» in die richtige Stossrichtung zielt. Adoleszente konnten einem Film positives abgewinnen, den sie freiwillig nicht angeschaut hätten. Sie haben Einblicke in ein Film-Genre erhalten, welches sich von den Genres, die sie in ihrer Freizeit vorziehen, unterscheidet.»  

Der ganze Zwischenbericht 2009/2010 der ZHAW kann auf der Website www.achaos.ch unter «Kinokultur Informationen» heruntergeladen werden.  

Auch quantitativ erfolgreich
Mit weit über 5000 Schülerinnen und Schüler, die im ersten Jahr die von «Kinokultur in der Schule» angebotenen Filme gesehen haben, hat eine beachtliche Zahl Jugendlicher sich mit Filmen auseinandergesetzt, die sie sonst kaum im Kino anschauen würden.  

Bis heute haben über 300 Lehrpersonen und Schulen die von Kinokultur angeboten Unterrichtsmaterialien heruntergeladen. 

Filmbildungskurs stiess auf grosses Interesse
An den Solothurner Filmtagen 2010 organisierte «Kinokultur» in Zusammenarbeit mit dem Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich, einen dreitägigen Weiterbildungskurs «Filmbildung für Lehrpersonen». Das Interesse an diesem Kurs war sehr gross, die 26 Plätze waren sehr schnell ausgebucht.

Infolge der vielen positiven Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird auch für die die Solothurner Filmtage 2011 ein Filmbildungskurs angeboten. 

Finanzierung für das zweite Betriebjahr weitgehend gesichert
Mit Beiträgen vom Bundesamt für Kultur, BAK, der Schweizerischen Kulturstiftung für Audiovision, von Migros Kulturprozent, der Milton Ray Hartmann Stiftung sowie verschiedenen Kantonsbeiträgen konnte bis heute die Finanzierung des zweiten Betriebjahres weitgehend sichergestellt werden. 

Aktuell im Angebot
Aktuell empfiehlt «Kinokultur» «Zimmer 202 – Peter Bichsel in Paris» von Eric Berkraut und den investigativen Dokumentarfilm «Plastic Planet» von Werner Boote für eine interessante Auseinandersetzung im Schulunterricht. 

Demnächst
Ende August, anfangs September 2010 präsentiert «Kinokultur in der Schule» die beiden Kinospielfilme «How about Love» von Stefan Haupt, eine berührende Liebesgeschichte in einem Thailändischen Flüchtlingslager und die amüsante Verfilmung des gleichnamigen Buchklassikers «Der kleine Nick» von Sempé und Goscinny. Zu beiden Filmen stehen ab Mitte August  kostenlose Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. 

Newsletter
Interessierte Lehrpersonen können bei «Kinokultur» (kinokultur@achaos.ch) einen Newsletter abonnieren, der sie laufend über die neusten Angebote informiert.  

Zu folgenden Filmen stehen bis heute Unterrichtsmaterialien zur Verfügung
«Max Frisch, Citoyen» von Matthias von Gunten, «La Forteresse» von Fernand Melgar und «No More Smoke Signals» von Fany Bräuning, «Baba’s Song» von Wolfgang Panzer, «Space Tourists» von Christian Frei, «Der grosse Kater» von Wolfgang Panzer, «Sunny Hill» von Luzius Rüedi, «Zimmer 202 – Peter Bichsel in Paris» von Eric Bergkraut und «Plastic Planet» von Werner Boote 

Beiliegend:
Szenenbild aus dem Film «Plastic Planet» von Werner Boote
Weiter Informationen zum Film: http://www.plastic-planet.at/