Kunsthaus Zürich

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Sommerwerkstatt

Kunsthaus Zürich veranstaltet Sommerwerkstatt zu Fischli Weiss.

Vom 8. Juni – 9. September 2007 organisiert das Kunsthaus Zürich unter dem Titel «Findet mich die Kunst?» eine Sommerwerkstatt zur Ausstellung der zeitgenössischen Künstler Peter Fischli und David Weiss. Im Angebot für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien sind 29 Exkursionen in die parallel laufende Ausstellung und die Sammlung des Kunsthauses.

Wie beim Schweizer Künstler-Duo Fischli Weiss geht es ums Vertauschen und Verrücken, um Humor und die Frage, ob Wichtiges und Unwichtiges zu unterscheiden ist. Im Kopf und im Atelier entsteht dann Neues. Gemeinsamkeiten und Grenzen zwischen Kunst und Alltag werden aufgedeckt, Rätsel geknackt und Szenarien frei erfunden. Mit Wissen und Gefühl, Beobachtung und Intuition erarbeiten sich die Teilnehmer eigene Werke oder gewinnen im Dialog untereinander neue Erkenntnisse. Angeleitet werden sie von 18 Kunstvermittlerinnen. Deren Background in den Bereichen Design, Video, Fotografie, Dramaturgie und Malerei macht es möglich, viele künstlerische Talente anzusprechen.

Erwachsene
VON DER KURATORISCHEN PRAXIS ZUR EIGENEN KREATIVITÄT
Für Erwachsene heisst es «Eine andere Sicht» zu wählen. Unter diesem Titel stellt Kuratorin Bice Curiger ihre Interpretation von Fragen und Blumen zur Diskussion. In «Ordnung in die Welt bringen» wird der Film «Der geringste Widerstand» besprochen. In ihm bringen eine Ratte und ein Bär – die verkleideten Künstler - Licht ins Dunkel und verfassen dann die Broschüre «Ordnung und Reinlichkeit». Die Teilnehmer vergleichen die Ordnungskategorien der Künstler mit denjenigen, die hinter traditionellen Werken der Sammlung stehen.
Der Workshop «Der ganz alltägliche Surrealismus» antwortet auf die Fragen «Sind Menschen Blumen?» oder «Muss ich mir den Kosmos wie Schaum vorstellen?» mit eigener Aktivität. Angeregt durch Fischli Weiss picken die Teilnehmer auf einem Gang durchs Museum allerlei Witziges, Alltägliches und Kostbares heraus und fabrizieren im Atelier eigene cadavres exquis – ein Spiel, das schon die Surrealisten spielten.

SELBERMACHEN: VON DER SKULPTUR ZUM FILM
An drei Abenden werden unter dem Titel «Kunstsammlung – Sammlungskunst» gemeinsam Teile der Kunsthaussammlung nachgebaut. Ein Bild Picassos wird in Ton modelliert, eine Giacometti-Figur mit frechen Tuschestrichen aufs Papier gebannt. Aus dieser Aneignung entsteht eine eigene Welt, vielleicht sogar Kunst – auf jeden Fall eine Diskussion über die Arbeit von Fischli Weiss.
Ob unser Alltag Kunst ist, ermitteln die Teilnehmer, indem sie mit einem Foto des eigenen Wohnzimmers oder vom Arbeitsplatz ins Kunsthaus kommen. Dann entstehen Bilderserien über Bürostühle, und die eigene Stube wird zum Bühnenbild-Modell.
Wer Film und Bewegung mit plastischen, statischen Szenen vereinen will, stellt sich dieser Herausforderung im Workshop «Vom Laufen der Bilder». Ausgangspunkt ist die Frage, was die Video-Arbeit «Der Lauf der Dinge» von der Plastik «Kanalarbeiter» oder «Theorie und Praxis» unterscheidet. Dabei ist eigenes kreieren, formen und das Kneten von Figuren angesagt, bevor mit filmischen Mitteln das Set in Bewegung gesetzt wird. Die Animationsfilme werden auf der Website des Kunsthauses präsentiert.

Kinder und Jugendliche
TIERISCHES NACH RATTE UND BÄR
Für die Kleinen heisst es «1000 + 1 Frage»: Gibt es ein richtiges und ein falsches Schön? Ist gross lustig und klein blöd? Ist Wut sauer und Rache süss? Gibt es reiche Menschen, die arm sind? Die Antworten darauf sind im Kunsthaus versteckt und werden gemeinsam entdeckt.
«Schattenzauber», «Katzen! Kunst?», «Urwaldwunder» – überhaupt viel Tierisches steht dank der Figuren Ratte und Bär aus den Fischli Weiss-Filmen auf dem Programm. Sie und die anderen Tiere haben sich im Kunsthaus verirrt. Gemeinsam helfen die Kinder ihnen, sich zurecht zu finden. Sie suchen Plätze, an denen sie sich wohl fühlen und malen den neuen Freunden mit Zuckerkreiden oder Wasserfarben eine wunderschöne Welt.
Derweil macht sich im Kunsthaus und im nahe gelegenen Rechberggarten ein anderes Team auf die Suche nach Ordnung und Wildnis, sammelt Details und Stimmungen. Welche Alltagsgegenstände verwenden Fischli Weiss in ihren Bildern? Aus alltäglichem Material bauen die Teilnehmer Bilder und Objekte und lassen sie spannende Geschichten erzählen.
Und ein bisschen Lebenshilfe ist auch dabei, wenn unter dem Titel «Sammelsurium» reflektiert wird, ob ein Tag wie jeder andere aussieht: Die einen flicken ihr Velo im Keller, andere fliegen gerade zum Mond. Was ist wichtig? Wie kann ich meine Welt überblicken? Und welche besondere oder ganz normale Szene aus meinem Leben gestalte ich?

FERIENSOUVENIRS UND REISEN
Da ein Teil der Sommerwerkstatt in die Schulferien fällt, sind Feriensouvenirs und Urlaubsfotos für den Kurs «Reisezauber» die Grundlage. Hiermit bewaffnet, machen sich die Jugendlichen auf eine Tour durch die Ausstellung von Fischli Weiss und schauen, was den beiden Künstlern auf ihren Reisen ins Blickfeld geraten ist. Sie fragen einen Piloten nach der Faszination des Reisens und entwerfen ihre eigenen Reiseträume. Bei einem Gang durch die Zürcher Altstadt entstehen typische Touristenfotos. Die Frage ist: Was hätten Fischli Weiss in Zürich wohl fotografiert? Ein Workshop «Digitales Experimentieren mit Blumen und Pilzen» gibt Gelegenheit, eigene Antworten zu finden.
«Mehr Fragen als Antworten!» lautet das Motto an einem anderen Tag: «Was denkt mein Hund?», «Soll ich einen Turm bauen?», «Warum habe ich immer Recht?». Wer fragt da wen? Staunen und zweifeln, hoffen und wünschen liegen in den scheinbar einfachen Fragen mitten aus dem alltäglichen Leben. Wo ist da die Kunst? Findet mich die Antwort? Heraus kommt ein individuelles Frage- und Antwortspiel, das in der Gruppe ausprobiert werden kann.
Diese und weitere Themen sind auch als gemeinsames Angebot für Eltern und Kinder, Grosseltern und Enkel, Jugendliche mit ihren Göttis im Programm. Einige Arbeiten werden Spuren auf der Website des Kunsthauses hinterlassen. Unter der Rubrik «Kunstvermittlung» findet Sie die Kunst!

Mit Unterstützung der Vontobel-Stiftung.

TEILNEHMERHINWEIS
Der Teilnehmerbeitrag liegt zwischen CHF 5.- für eine Einzelveranstaltung und CHF 220.- für einen mehrtägigen Kurs.
Das Programmheft mit allen Daten und näheren Angaben erscheint Ende April und wird auch online zum Download unter www.kunsthaus.ch angeboten. Bestellung, Anmeldung und weitere Informationen unter Tel. 044 253 84 84 / Fax 044 253 84 33 / E-Mail: info@kunsthaus.ch oder per Brief an Kunsthaus Zürich, Kunstvermittlung & Pädagogik, Postfach, 8024 Zürich.

Bildlegende
Foto: © Caroline Minjolle