Lernwerkstätten

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Gründung eines europäischen Verbandes

Verband europäischer Lernwerkstätten e.V. gegründet

Lernwerkstätten sind seit über 25 Jahren in Deutschland Räume innovativer pädagogischer Arbeit.  Sie sind nach Herbert Hagstedt „Stätten des Untersuchens und des Entdeckens, Orte des Staunens und des Erfindens.“ Seit Jahren tragen sie dazu bei Lernen und die Bedeutung des Lernraumes sowie die Rolle der Lernbegleitung kritisch zu hinterfragen. In Kita, Schule und Hochschule befördern sie individuelles, selbstbestimmtes und entdeckendes Lernen und provozieren über Haltungen und Rollenverständnis von Pädagoginnen und Pädagogen neu nachzudenken. Ihre Existenz und das Engangement derer, die Lernwerkstattarbeit praktizieren, haben die Bildungslandschaft bereichert und Bildungseinrichtungen verändert.

   
Jährlich finden Lernwerkstättentreffen statt. Sie dienen dazu, Pädagoginnen und Pädagogen an die Arbeit in Lernwerkstätten heranzuführen, bzw. sie in ihrer Arbeit zu bestärken.
Der Begriff „Lernwerkstatt“ ist bisher nicht eindeutig definiert. Auch fehlen bisher Kriterien, die Lernwerkstattarbeit klar umreißen. Die Begriffe werden inflationär genutzt, was dazu führen kann, dass das ursprüngliche Anliegen und damit die Lernwerkstattidee in Frage gestellt wird. So gibt es  z.B. sogenannte Lernwerkstätten als didaktisch konfektionierte  Kisten, Pappkisten mit Karteikarten oder Arbeitsblättersammlungen, die kaum bzw. gar nicht den Anforderungen an eine Lernwerkstatt entsprechen.


Um das ursprüngliche Anliegen Lernwerkstatt zu bewahren und zugleich die Lernwerkstattidee weiter zu entwickeln, aber auch um über die Bildung eines Netzwerkes bestehender Lernwerkstätten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern Erfahrungen auszutauschen, hat sich im Dezember 2007 in Berlin der „Verband europäischer Lernwerkstätten e.V.“ gegründet. Er arbeitet laut Satzung auf überparteilicher und überkonfessioneller Grundlage. Er hat sich die Förderung des Auf- und Ausbaus von Lernwerkstätten, die Verbreitung der Idee der Lernwerkstattarbeit und ihre theoretische sowie praktische Weiterentwicklung in den Bereichen der Elementar- bis Erwachsenenbildung, sowie in der Aus-, Fort und Weiterbildung vor allem von Pädagoginnen und Pädagogen  zum Ziel gesetzt. Durch regelmäßige Fachtagungen  sollen u.a. ein Institutionen übergreifender Erfahrungsaustausch, die Verbreitung guter Praxis,  Erfahrungen im Bereich des entdeckenden Lernens und der Auf- und Ausbau internationaler Kontakte erreicht werden. Des Weiteren werden Forschungsvorhaben initiiert, die die Wirksamkeit der Lernwerkstätten in den verschiedenen Praxisfeldern untersuchen und empirisch abgesicherte Ergebnisse darüber erbringen sollen, die in wissenschaftlichen Publikationen und Veranstaltungen veröffentlich werden.


Den Vorsitz des Gründungsvorstandes hat Dr. Hartmut Wedekind, Humboldt-Universität zu Berlin, übernommen. Seine Stellvertreterinnen  sind Ulrike Kieweg, Österreich, und Erika Gabriel, Berlin. Die Kasse führt Werner Munk, Berlin. Beisitzerfunktionen üben Ilse Marie Krauth, Hanau, Elisabeth Rangosch-Schneck, Stuttgart und Prof. Johannes Gunzenreiner, PHS, Schweiz, aus.
Im  Wissenschaftlichen Beirat begleiten Prof. Dr. Angelika Speck-Hamdan, Maximilians-Universität, München, Dr. Herbert Hagstedt, Universität Kassel, Werner Hangartner, RDZ, Rorschach, Schweiz, die Arbeit des Verbandes.
Zur Mitarbeit im Verband sind alle am Aufbau von Lernwerkstätten interessierten Personen, Vereine und Institutionen eingeladen. 
Weitere Informationen sind der Homepage des Verbandes zu entnehmen: www.velw.org