Museum für Kommunikation
Jahresbericht

- Nah und Fern - Kranspiel
Das Museum für Kommunikation kann auf ein erfreuliches 2011 zurückblicken: Knapp 61'000 Perso-nen besuchten im vergangenen Jahr das Museum. Die Wechselausstellung 2010/11 «Wo bisch?» HANDY MACHT MOBIL» kam bei den Besucherinnen und Besuchern gut an. Auch die aktuelle Wechselausstellung «Warnung: Kommunizieren gefährdet» stösst sowohl beim Publikum wie den Medien auf viel Resonanz. Für Herbst 2012 sind zwei Ausstellungen in Erarbeitung: Die Kammerausstellung «Thorberg: Hinter Gittern.» gibt ab 30. August Einblick in den Alltag Strafgefangener. Ab dem 9. November macht das Museum für Kommunikation gemeinsame Sache mit dem Naturhistorischen Museum der Burgergemeinde Bern und fragt: «Bin ich schön?».
Das Museum für Kommunikation verzeichnete 2011 insgesamt 60‘860 Besucherinnen und Besucher (2010: 69‘511; 2009: 58'031). Dies ist im mehrjährigen Vergleich ein überdurchschnittliches Ergebnis. Sowohl die Wechselausstellungen «Wo bisch?» HANDY MACHT MOBIL und «Warnung: Kommunizieren gefährdet» als auch die drei Dauerausstellungen «nah und fern: Menschen und ihre Medien», «As Time Goes Byte: Computer und digitale Kultur» und «Bilder, die haften: Welt der Briefmarken» stiessen beim Publikum auf grosses Interesse.
Bitte Handy einschalten in der Ausstellung «Wo bisch?»
Mit der Ausstellung «Wo bisch?» HANDY MACHT MOBIL zeigte das Museum, wie die mobilen Alleskönner unsere Kommunikationsgewohnheiten verändert haben. Eine Auswahl von Geräten aus der Sammlung des Museums dokumentierte die rasante Entwicklung vom ersten Autotelefon bis heute. Das Handy war jedoch nicht nur Gegenstand der Ausstellung, sondern auch Audioguide, da es als Begleiter durch die Ausstellung diente. Diese Art der Besucherführung war eine technische Weltneuheit und wurde gerne genutzt. Ein grosser Teil des Publikums beteiligte sich am „Handy-Knigge“, einer Umfrage, bei der Besucher Fragen zu ihrem Umgang mit dem Handy beantworteten. Die Auswertung der Daten zeigt, dass für unterschiedliche Antworten nicht in erster Linie das unterschiedliche Alter verantwortlich ist. 27’158 Personen sahen die Ausstellung in Bern. 84% bewerteten sie mit gut bis sehr gut.
Grosse Nachfrage nach Führungen und Workshops
Als kulturgeschichtliches Museum setzt das Museum für Kommunikation reichhaltige Impulse in der Kul-turvermittlung und ermöglicht einen publikumsorientierten Zugang. Die unterschiedlichen Angebote sind sowohl auf die Freizeit wie auf die Schulzeit ausgerichtet. Für Schulklassen aller Stufen (Basisstufe bis Sekundarstufe II) steht ein breites Angebot an Führungen und Workshops bereit, das sich bei Lehrerinnen und Lehrern grosser Nachfrage erfreut. 2011 besuchten rund 970 Schulklassen das Museum, davon gut ein Drittel im Rahmen eines geführten Angebots.
Kinder und Familien gehören zu den Stammgästen des Museums für Kommunikation. Zwei neue Angebo-te der Kulturvermittlung geben ihnen die Möglichkeit, die Dauerausstellungen des Museums spielerisch und auf eigene Faust zu entdecken: Die beiden Gruppenspiele „Was ist das für ein Ding?“ und „Schlagt den Besserwisser“ sind seit Mitte 2011 im Angebot und werden rege benützt.
«Warnung: Kommunizieren gefährdet»
Die anfangs November 2011 eröffnete Wechselausstellung «Warnung: Kommunizieren gefährdet» be-schäftigt sich mit der alltäglichen Kommunikationsflut, der scheinbar nur schwer beizukommen ist. Das Museum für Kommunikation weiss Rat und zeigt, wie der Überfluss an Kommunikation souverän und ohne Stress zu bewältigen ist. Dazu installiert das Museum erstmals eine «Klinik für Kommunikation», in der die Besucherinnen und Besucher mit ausgewählten Tipps und Strategien fit gemacht werden für einen gelasse-nen und sinnvollen Umgang mit der Kommunikationsflut. Für die Berechnung des Persönlichen Kommunikations-Indexes werden alle Besucher der Klinik in einem Check-up zu ihrem Medienverhalten befragt. Sie geben Auskunft über die Nutzungsdauer einzelner Kommunikationsmittel und beurteilen diese betreffend Spass, Nützlichkeit und Belastung. Eine erste Auswertung der auf wissenschaftlicher Basis erhobenen Daten erlaubt spannende Einblicke in das Kommunikationsverhalten und die Mediennutzung des Ausstellungspublikums. Entwickelt wurde die Ausstellung vom Museum für Kommunikation in enger Zusammenarbeit mit Holzer Kobler Architekturen.
Kammerausstellung im Herbst 2012
Einblick in den Mythos Thorberg Weit über Bern hinaus ist die Strafanstalt Thorberg als Alcatraz der Schweiz bekannt, nun gewährt die Institution Einblick: Parallel zum Kinostart eines Dokumentarfilms von Dieter Fahrer präsentiert das Museum für Kommunikation vom 30. August bis 14. Oktober 2012 die Kammerausstellung «Thorberg: Hinter Gittern.» In 18 Kurzfilmporträts berichten Insassen der Strafanstalt Thorberg vom Gefängnisalltag und erzählen aus ihrem Leben und von ihren Ängsten und Hoffnungen. Gleichzeitig wird die Ausstellungsinstallation die Isolation in der Zelle erahnen lassen, in der ein Fernseher zum Fenster zur Welt wird.
Wechselausstellung ab November 2012: «Bin ich schön?»
Unter dem Titel «Bin ich schön?» planen das Museum für Kommunikation und das Naturhistorische Museum der Burgergemeinde Bern eine Co-Produktion zu einem Thema, das uns ein Leben lang auf Trab hält: die Schönheit. Mensch, Tier und Umwelt werden unter diesem Aspekt inszeniert. In Verbindung zur Kommunikation wirkt die Frage «Bin ich schön?» ungewohnt, gleichzeitig überraschen ihre biologischen Hintergründe. Durch die Zusammenarbeit der beiden Museen dehnt sich die Frage vom Menschen auf die Fauna aus. Die zwei benachbarten Häuser haben bereits 2006/7 sehr gut zusammen gearbeitet: Die gemeinsame Wechselausstellung «Haarsträubend: Tier-Mensch-Kommunikation» war ein grosser Publikumserfolg.
Museumsnacht 2012: ein buntes Programm für Jung und Alt
Auch das Museum für Kommunikation feiert mit bei der 10. Ausgabe der Museumsnacht Bern am Freitag, 16. März 2012. Eröffnet wird das Programm durch den bekannten Chansonnier Linard Bardill. Anschlies-send übernimmt Renato Kaiser, der Slam Poet aus der Ostschweiz, die Bühne und bringt mit seinen schnel-len Texten die Ohren zum Glühen. Den musikalischen Schlusspunkt dieser langen Nacht wird die fünf-köpfige Schlagercombo Schnulze und Schnultze setzen. Mehr dazu unter www.museumsnacht-bern.ch.




