NFP 56 - Sprachkompetenz

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Wie verlernt man mit steigendem Lebensalter das Lesen?

Wie verlernt man mit steigendem Lebensalter das Lesen?

Illettrismus ist, wenn Lesekompetenzen so schwach sind, dass sie für das tägliche Leben in unserer Gesellschaft nicht genügen. Die Betroffenen haben das Lesen zwar gelernt , aber diese Fähigkeit lässt schon im mittleren Alter stark nach und - laut repräsentativen Untersuchungen - am ehestens bei Berufsgruppen, die im Baugewerbe, in der Landwirtschaft, im Verkauf und als Küchenpersonal arbeiten, ebenso bei Hausfrauen bzw. Hausmännern. Philipp Notter von der Universität Zürich und seine Kollegin Claudia Arnold untersuchten das Phänomen. Dabei interessierte sie das Lese- und Kommunikationsverhalten bei der Arbeit und in der Freizeit. Fatal für die Prävention des Illettrismus ist, dass die Betroffenen von ihrem Defizit häufig nichts ahnen und sich selbst als gute Leser einschätzen. Unbesorgt können hingegen all jene sein, die beim Arbeiten regelmässig einen Computer benutzen, vor kurzem eine Weiterbildung absolviert haben und gern in Buchläden einkehren. Ein verblüffendes Ergebnis der Studien: Wer öfter telefoniert, kann besser lesen. Schwache Leser hingegen kommunizieren generell viel weniger als gute. Oft haben es ihnen die Eltern schweigsam vorgelebt.

 

Hier können Sie den Schlussbericht  "Illetrismus im mittleren Erwachsenenalter" herunterladen.