Pausenmilch
6. November - Tag der Pausenmilch
Die Milch kommt in die Schule

Die Schweiz ist seit jeher ein Milchland. Der grösste Teil des Milchkonsums fand früher wie heute in den einzelnen Haushalten statt. Aber nicht nur dort. Mit Milchwerbung versuchte man schon früh, den Milchkonsum öffentlich zu machen. Schon in den Zwischenkriegsjahren begann die Organisation der Schweizer Milchproduzenten SMP, damals noch Propagandazentrale genannt, im Freizeitbereich, am Arbeitsplatz und in der Schule mit Milch präsent zu sein.
1922 wurde das erste Milchplakat mit dem Slogan "Trinkt Milch, esst Schweizer Milchprodukte" veröffentlicht. Es ist lange Zeit das einzige geblieben. Damals war man sorglos der Auffassung, Milch sei so gut, dass sie keine Werbung brauche. Ein kurzfristiger Rückgang des Milchkonsums belehrte die Verantwortlichen aber eines Besseren. Sie setzten wieder Milchwerbung ein und wollten damit die Milch vor allem im öffentlichen Raum, an Grossveranstaltungen und in Schulen attraktiv machen.
Bade-, Fabrik, Fest- und Manövermilch
Neu war damals der Vertrieb von Pastmilch in einer Einheitsflasche. Bereits am SATUS-Arbeiter-Turnfest von 1930 verzeichneten die Milchwerber damit grosse Erfolge und im selben Jahr liess die Verbandsmolkerei Bern einen ersten Milchwagen auf den Perrons des Bahnhofs Bern zirkulieren. Auch der Vertrieb von Manövermilch fand in den 30er-Jahren grossen Anklang. Die Milchkommission stellte 1932 erfreut fest: "Der Schweizer Soldat trinkt gerne Milch, wenn man sie ihm richtig anbietet". Aber auch Aktionen in Fabriken und Büros trugen dazu bei, dass die Milch immer mehr Platz im öffentlichen Raum einnahm.
Während des 2. Weltkrieges kam die Milchpropaganda dann fast ganz zum Erliegen. Nicht der Absatz, sondern die Beschaffung des weissen Saftes war das Hauptproblem, welches die Behörden beschäftigte.
Nach dem Krieg erweiterte sich die Bahnhofsmilch zur Automilch und an den grossen Tankstellen der neu auszubauenden Hauptverkehrsstrassen wurden zahlreiche Milchbars eröffnet. Der Slogan "Starke Männer trinken Milch" sprang damals gar mancher Autofahrerin und manchem Autofahrer entgehen.
Die Milch kommt in die Schule
1925 beschloss die Propagandazentrale eine Diaserie mit dem Thema Milch und Milchprodukte für Lehrkräfte an Primar- und Sekundarschule zu produzieren. Die Zusammenarbeit zwischen den Milchwirtschaftsverbänden und den Schulen intensivierte sich und die Idee der Schulmilch wurde geboren und wuchs und wuchs. Man ging sogar davon aus, dass "Milchtrinken in der Schule" mit der Zeit zu einem Schulfach wie Turnen und Baden würde. So weit kam es jedoch nie. Obwohl in den 60er-Jahren noch einmal eine grosse Wiedereinführung der Schulmilch statt fand und 1984 die Stiftung Pausenmilch gegründet wurde, hatte Gesundheitsprävention an den Schulen nicht immer den Stellenwert, der ihr zustehen sollte. Umso schöner, dass nun seit dem Jahre 2001 die Stiftung Pausenmilch mit dem alljährlich stattfindenden Tag der Pausenmilch in den letzten Jahren weit über 290'000 Kinder und Jugendliche zum Milchtrinken animieren kann.
Mehr zur Stiftung Pausenmilch unter www.swissmilk.ch/pausenmilch




