Ready, set, go! Best Wishes from the PHSH!
Englisch in der dritten Klasse
Ready, set, go! Best Wishes from the PHSH
If you talk to a man in a language he understands, that goes to his head. If you talk to him in his own language, that goes to his heart. Nelson Mandela
Bald ist es so weit – Englisch kommt ab 2008 in die dritte Klasse. Hier noch ein paar aufmunternde Worte.
Kommen Kinder mit zwei Fremdsprachen zurecht? Das kann man vorbehaltlos bejahen. Kinder, auch solche, deren Muttersprache nicht Englisch ist, kommen auf der Primarstufe mit zwei und gar noch mehr Fremdsprachen zurecht. Erwarten wir von ihnen, dass sie diese Sprachen nach der beschränkten Unterrichtszeit, die ihnen dafür auf der Primarstufe zur Verfügung steht, beherrschen? Sicher nicht. Wir können jedoch von der Motivation der Kinder in diesem Alter profitieren und erwarten, dass sie sich, wenn sie früh mit Englisch anfangen, ihrer eigenen Sprache bewusster werden und für Sprachen allgemein sensibilisiert werden. Um die englische Sprache wirklich gut zu beherrschen, werden sie sich aber nach wie vor über längere Zeit damit beschäftigen müssen.
Ist der Kanton Schaffhausen bereit? Nach Tucker (2001) gehören zu einer guten Einführung die folgenden Faktoren: Richtlinien zur Rolle der Sprache in der Bildung, das Vorhandensein eines gut entwickelten Lehrplans, die Verfügbarkeit und die angemessene Verteilung von geeignetem pädagogischen Material, die Verfügbarkeit ausgebildeter, kompetenter Lehrpersonen sowie die Verfügbarkeit und Anwendung angemessener Beurteilungsverfahren für ein formatives und summatives Feedback. In Schaffhausen gibt es einen flexiblen Lehrplan, es gibt genug Platz im Stundenplan, es gibt eine gute Auswahl von Lehrmitteln, Lehrpersonen sind schon ausgebildet und haben danach auch Weiterbildungen in Englischdidaktik bekommen und Beurteilungsmöglichkeiten sind zum Teil schon vorhanden. Englisch ist ein neues Fach und in den nächsten Jahre werden sicher Faktoren wie Lehrplan, Lehrmittel und Beurteilungsraster verbessert und vertieft, aber sie sind da, und zwar in einer für einen guten Anfang geeigneten Qualität.
Haben die deutschsprachigen Schaffhauser Lehrpersonen auch Vorteile im Englischunterricht? Der Vorteil von Lehrpersonen, die eine Sprache unterrichten, die nicht die eigene Muttersprache ist, ist gut dokumentiert (Braine, G. 1999, Llurda, 2006, unter anderem): Sie haben ein gutes Gefühl dafür, wo Englisch ausserhalb der Schule gebraucht wird, und können in ihren Lektionen die entsprechenden Kontexte integrieren. Sie wissen, wo die Lernenden Probleme haben werden. Sie spüren, wann sie Deutsch sprechen können und damit das Lernen fördern und nicht behindern. Sie identifizieren sich mit den Lernenden. Sie sind selber
sprachbewusster, was ihnen dabei hilft, Sprachziele zu definieren und Fehler zu identifizieren. Sie sind nicht bloss Sprachlehrpersonen, sondern vollständig ausgebildete Primarlehrpersonen. Sie haben eine hohe Kompetenz in Englisch, und es gibt Anhaltspunkte dafür, dass Kinder die Fehler von Lehrpersonen in vielen Situationen nicht übernehmen. Alles in allem kann man sagen, dass unsere Lehrpersonen für die Erreichung der gesetzten Ziele mehr als qualifiziert sind.
Wir haben hier bloss die Oberfläche der komplexen Situation berührt, welche die Einführung eines neuen Faches bringt. Und doch haben wir im Überblick gesehen, wie viel in unserer Situation in Schaffhausen schon vorhanden ist. Das wenige, was fehlt, werden wir sicher in den nächsten Jahren ergänzen.
Also, was wünschen wir von der PHSH? Wir wünschen Kindern und Lehrpersonen viel Freude bei einem lebendigen Sprachunterricht. Wir wünschen ihnen, dass die Kunst des Sprachunterrichts eine wichtige Rolle erlangt. Wir wünschen ihnen eine andauernde Motivation beim Lernen und Unterrichten von Fremdsprachen. Wir wünschen ihnen, dass sie Herz zu Herz mit anderen Menschen sprechen können!
Referenzen
Tucker, G. Richard. (2001). Age of Beginning Instruction. in TESOL Quarterly, Bd. 35, Nr. 4 Winter 2001.
Braine, G. (Ed.). (1999). Non-native educators in English language teaching. Mahwah, NJ: Lawrence Erlbaum
Llurda, E. (2004) Non-native teachers and English as an international language. International Journal of Applied Linguistics 14(3), 314-323.
Wichtige Websites:
- Laura Loder Büchel, 1973, ist Dozentin für Englisch an den Pädagogischen Hochschulen Schaffhausen und Zürich. She would like to thank her husband, Patrick Büchel, for his German support.




