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Zur Wirksamkeit politischer Bildung in der Schweiz: ein Vergleich mit 37 anderen Ländern
Vor rund zehn Jahren hat die Schweiz mit 27 anderen Ländern an der von der International Association for the Evaluation of Educational Achievement» (IEA) initiierten und koordinierten Untersuchung CIVED teilgenommen, die den Stand der politischen Bildung und die entsprechenden Einstellungen der Jugendlichen zum Gegenstand hatte (s. Information 03:063). 2009 hat die IEA eine neue Untersuchung zur selben Thematik durchgeführt (International Civic and Citizenship Education Study, ICCS), wobei sich diesmal gar 38 Länder beteiligten. In der Schweiz betraf die einen Test und einen Fragebogen verwendende Untersuchung 5369 Jugendliche mit einem Durchschnittsalter von 14.7 Jahren (internationale Stichprobe: 140'650 Personen, Durchschnittsalter 14.4 Jahre). Die Schülerinnen und Schüler der Schweiz liegen im politischen Wissen und Verstehen mit 531 Punkten signifikant über dem internationalen Mittelwert von 500 Punkten. Bedeutsam bessere Werte erzielten nur fünf Länder (Finnland, Dänemark, Südkorea, Taiwan und Hong Kong). Sowohl der Migrationshintergrund, das Interesse der Eltern an sozialen und politischen Themen als insbesondere auch die berufliche Stellung der Eltern stehen in bedeutsamer Beziehung zum politischen Wissen und Verstehen. Während in der Schweiz das Vertrauen in die Gerichte und die Polizei, aber auch in die nationale Regierung und den Gemeinde- oder Stadtrat höher ist als in vielen anderen Ländern, ist jenes, das in die Parteien gesetzt wird, vergleichsweise gering. Gering sind auch der Glaube, politisch etwas bewirken zu können, und die Absicht, sich politisch zu engagieren. Die Schweizer Schülerinnen und Schüler trauen sich beispielsweise mehrheitlich eher nicht zu, ihren Standpunkt zu einem brisanten politischen oder sozialen Thema zu verteidigen oder vor der Klasse über ein politisches oder soziales Thema offen zu sprechen. Mehrheitlich zeigen die Schülerinnen und Schüler wohl damit zusammenhängend wenig Interesse an Politik und sozialen Themen, wobei die Schweiz im diesbezüglichen Ländervergleich dennoch im Mittelfeld liegt. Während schliesslich die Einstellung gegenüber gleichen Rechten von Frauen und Männern mehrheitlich positiv ausfällt, werden gleiche Rechte von Migrantinnen und Migranten deutlich abgelehnt.
Institution: Für die schweizerische Studie: Universität Freiburg, Universität Freiburg, Departement Erziehungswissenschaften, rue Faucigny 2, 1700 Freiburg; für das Gesamtprojekt: International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA)
Bearbeitung: Horst Biedermann, Fritz Oser, Liana Konstantinidou und Dagmar Widorski
Kontaktperson: Horst Biedermann horst.biedermann(at)unifr.ch
Veröffentlichungen: Biedermann, Horst; Oser, Fritz; Konstantinidou, Liana; Widorski, Dagmar. Staatsbürgerinnen und Staatsbürger von morgen: Zur Wirksamkeit politischer Bildung in der Schweiz. Freiburg: Universität Freiburg, 2010, 90 S. als PDF auf http://www.unifr.ch/pedg/
Quelle: SKBF http://www.skbf.csre.ch/




