Schloss Kyburg
Johann und Johanna von Kyburg: vergnügliche Erzählnachmittage

Da knallen die Schwertklingen aufeinander
Wenn Silvia Schlegel und Ueli Stauffacher in die Rollen der Zwillinge Johann und Johanna von Kyburg schlüpfen und von ihrer Kindheit und Jugend erzählen, hören alle gespannt zu. Auf der Bühne steht eine grosse, schwere Holztruhe, aus der die beiden Spindeln, Schreibfedern, Schwerter (hölzerne), Kettenhemden und vieles mehr hervorkramen, um die abenteuerliche Geschichte zu veranschaulichen. Handfeste Action wie Schwertkampf und Rittertournier (auf Steckenpferden) wechseln sich ab mit ruhigeren Phasen.
Ritterzwillinge mit Spindel und Schwert
Die Zuhörer und -schauer erfahren, was Johann und Johanna von Kyburg wiederfuhr, nachdem ihre Eltern an der Pest gestorben waren und der jähzornige Onkel Wezilo ihre Erziehung übernahm. Johanna lernte von ihrer Tante all die Dinge, die eine mittelalterliche Adlige beherrschen musste: Lesen und Schreiben, Handarbeiten und anderes mehr. Der zukünftige Ritter hingegen widmete sich dem Bogenschiessen, dem Reiten und Fechten. Doch im Schutz der Dunkelheit trafen sich die beiden Getrennten heimlich im Estrich, um sich gegenseitig das Gelernte beizubringen. Mit vierzehn schickte Wezilo Johann als Knappen zu einem Berserker und Kriegswütigen, während er Johanna mit einem übel beleumdeten Ritter verheiraten wollte. Zuerst floh Johann, dann Johanna ihr Schicksal, letztere schnitt sich die Haare und zog Johanns Männerkleider an, um leichter durch die Welt ziehen zu können und ihren Bruder zu suchen.
Spannender Rundgang als zweiter Teil
Nach der abwechslungsreichen, spannenden und mit spielerischen Momenten durchsetzten Erzählung gibt es eine kleine Pause, um gestärkt den zweiten Teil des Erzählnachmittags unter die Füsse zu nehmen. Auf dem Rundgang durch die - noch ziemlich kalte - Kyburg werden zuerst die schon bekannten Räume wie der Estrich der heimlichen Treffen besucht, um dann die Fortsetzung der Geschichte zu hören, jeweils vor kleinen Inszenierungen, die das Erzähle veranschaulichen. Wie sich Johanna und Johann wiederfanden und welches gefährliche Abenteuer sie bestehen mussten, das all ihren Mut, all ihren Verstand und all ihr Können verlangte, sei an dieser Stelle jedoch nicht verraten.
Eine wahre Geschichte?
Die Geschichte von Johann und Johanna sei frei erfunden, so Museumsleiter Ueli Stauffacher. Mittelalterliche Heldenromane, Legenden und Rittergeschichten, aber auch Märchen dienten als Vorlage für die Geschichte, die auch als kleines Büchlein erhältlich ist. Der Historiker hält die Fiktion nicht für problematisch. Die meisten Legenden von früher entstanden auf ähnliche Art - und viele, die wir heute kennen, sind erst in den letzten beiden Jahrhunderten entstanden. Für seine Stellvertreterin Silvia Schlegel ist die Legende eine gute Möglichkeit, um Lebensbedingungen und Mentalität des Mittelalters einem heutigen jungen Publikum unterhaltsam zu vermitteln. Und das Publikum kommt auch: Die Kinderprogramme im Schloss Kyburg sind immer gut besucht, vor allem gegen Schluss, wo einzelne Nachmittage ausverkauft seien. An den frühen, kühleren Terminen gäbe es jedoch eher noch Plätze. Silvia Schlegel empfiehlt bestimmt, die Eintrittskarten zu reservieren.
Erzählnachmittage für Kinder ab 6 Jahren
Mi, 11., 25. und Sa, 28. Februar
Mi, 11., 25. und Sa, 28. März
Mi, 8., 22. und Sa, 25. April 2009
jeweils 14 bis ca. 15.30 Uhr




