Sprachheildienst

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Pädagogisch-therapeutische Massnahmen: Logopädie und Psychomotorik

Rückblick - Ausblick

LOGOPÄDIE 

Erfreuliches
Die zusätzlichen Stellenprozente für Kindergartenkinder wirken sich positiv aus: Im Jahr 2008 bekamen 32 Kinder mehr einen Therapieplatz als im Vorjahr.

Generell ist zu beobachten, dass die Therapie früher einsetzt und auch früher wieder beendet werden kann, als noch vor fünf Jahren.

Die Wartelisten der Logopädinnen sind an vielen Orten noch immer lang, nehmen aber doch nach und nach etwas ab.

Schwieriges
Im Jahr 2008 sind die erteilten Legasthenie-Lektionen wiederum stark, nämlich um 20%, angestiegen. Diese Entwicklung gibt zu Denken.

Woran liegt es, dass so viele Schülerinnen und Schüler Probleme haben mit dem Schriftspracherwerb, mit Lesen und Schreiben? Liegt es an den verbesserten medizinischen Möglichkeiten (es überleben mehr Risikokinder, die dann später „nur“ noch eine Teilleistungsstörung zeigen)? An der Gesellschaft? An zu grossem Fernsehkonsum statt eigenem Tun? An den Lese-Lehrgängen? An …? - Vermutlich spielen all diese Dinge sowie andere mehr dabei ein Rolle.

Wie können wir diesen Problemen begegnen? - Prävention ist gefragt, so dass eine sogenannte Legasthenie gar nicht erst auftritt. Ein paar Stichwörter dazu: Lese-Lehrgang „Lose, luege, läse“ verwenden, logopädische Förderung in Kindergarten- und Schulklassen (eine Weiterbildung für Logopädinnen zu diesem Thema steht kurz bevor), Ergebnis einer Studie der Hochschule für Heilpädagogik HfH im Sommer 2009 abwarten. 

Für die Gemeinden entstehen durch logopädische Therapie keine Kosten. Der Kanton kommt vollumfänglich dafür auf. Aufgabe der Gemeinden ist es aber, die Therapie-Räume und die Infrastruktur dafür zur Verfügung zu stellen. Vielerorts sind die Räume passabel bis gut, aber an manchen Orten ist die Situation völlig unbefriedigend. Oft sind die Räume ungünstig, das Mobiliar entspricht nicht den Bedürfnissen, es steht kein PC im Raum, es hat keinen

Wasseranschluss etc. etc. Sehr oft müssen die Logopädinnen auch umziehen. Sind sie an einem Ort eingerichtet, so erhebt auch schon wieder jemand anderes Anspruch auf den Raum, und die Logopädin wird an einen andern Ort verwiesen. - Das ist höchst ungünstig und unbefriedigend. Oft lässt die Wertschätzung für die Logopädin und die Dienstleistung „Logopädie“ zu wünschen übrig. - Dieses Problem sei hiermit den Schulbehörden und Schulleitungen ans Herz gelegt!

Informatives
Die Aufsichtskommission für den Schulpsychologischen Dienst, den Sozialdienst und den Sprachheildienst wurde mit Beschluss der Erziehungsrates per 31.12.2008 aufgelöst, da die drei Dienste der neu geschaffenen Dienststelle Primar- und Sekundarstufe I, resp. der neuen Abteilung Sonderpädagogik unterstellt wurden.

Die logopädische Frühberatung hat zusammen mit der heilpädagogischen Früherziehung neu eine Leistungsvereinbarung mit dem Kanton Schaffhausen. Dieses Angebot ist nun ganz, also auch finanziell, abgekoppelt vom Sprachheildienst.

Die logopädische Abklärungsstelle, die hauptsächlich zuständig ist für die Abklärung von Kindern, die ev.  vorübergehend einen Sprachheilkindergarten oder die Sprachheilschule besuchen sollten, ist neu der Schulischen Abklärung und Beratung angegliedert. Frau Suse Neher, Logopädin, ist für die Abklärungen zuständig.

PSYCHOMOTORIK
Es ist sehr erfreulich, dass das Angebot Psychomotorik nun auch im Kanton Schaffhausen seit Februar 2009 teilweise und ab August dann flächendeckend zur Verfügung steht. Die Suche nach geeigneten Räumen erwies sich auch hier als schwierig. Schliesslich konnten fünf Räume eingerichtet werden: Zwei in Schaffhausen und je einer in Neuhausen, Hemishofen und Thayngen. Fünf Therapeutinnen teilen sich insgesamt 375 Stellenprozente. Frau Rosmarie Graf hat  die Fachleitung für den Bereich Psychomotorik. Sie war es auch, die den grössten Teil der vorbereitenden Arbeiten (Planung, Konzept und Einrichtung der Räume) geleistet hat. Auch für die Informationsveranstaltungen für alle Schulen war sie verantwortlich. Sie verdient ein grosses Lob für die geleistete Arbeit! Ihr und ihren Kolleginnen wünsche ich Freude und Erfolg bei ihrer Pionierarbeit.

PERSONELLES
Vermählungen:
Christine Klein-Ruf, Katrin Berns-Hildebrandt sowie Carol Schilling Neddermann haben geheiratet. - Herzlichen Glückwunsch den jungen Ehepaaren!

Geburt:
Katrin und Heiko Berns-Hildebrandt freuen sich über die Geburt ihrer Tochter Lotta. - Die besten Wünsche begleiten Lotta auf ihrem Weg!

Mutationen:
Frau Nicole Matthys-Rahm scheidet per 31.07.09 aus dem Sprachheildienst aus. Sie konzentriert sich ganz auf ihre Arbeit in den SCHAFFHAUSER SONDERSCHULEN, wo sie ebenfalls schon viele Jahre als Logopädin tätig ist. - Ein herzlicher Dank auch an dieser Stelle an Frau Matthys für ihre Arbeit zum Wohl der Kinder!

Während ihres Mutterschaftsurlaubs wurde Frau Katrin Berns vertreten durch Frau Beate Schneider. Frau Berns nimmt nach den Sommerferien ihre Arbeit in reduziertem Umfang wieder auf, und Frau Schneider arbeitet auch im nächsten Schuljahr als Logopädin im Kanton Schaffhausen. Aus der beigefügten Liste ist ersichtlich, wer welche Schulen betreuen wird ab August.

In eigener Sache:
Ich habe meine 50%-Stelle als Leiterin der Abteilung pädagogisch-therapeutische Massnahmen (Sprachheildienst und Psychomotorik) gekündigt. Meine zweite Stelle als Leiterin der Sprachheilschule wird aufgestockt auf 100%. Es ist eine Erhöhung der Stellenprozente für die Leitungsfunktion vorgesehen sowie für spezielle Aufgaben bei der Umsetzung des Projekts „Zukunft SCHAFFHAUSER SONDERSCHULEN“. Sobald meine Nachfolge geregelt ist, wird die Ablösung vollzogen, spätestens aber zum 31.01.2010. Selbstverständlich wird rechtzeitig über den Wechsel informiert werden.

Frau Liselotte Gramm, Koordinatorin für die Legasthenie-Therapie, wird auf den gleichen Zeitpunkt zurücktreten und sich vorzeitig pensionieren lassen. Während 25 Jahren erledigte sie die nicht immer ganz einfache Arbeit zuverlässig und mit grossem Engagement. - Schon jetzt ein ganz herzlicher Dank dafür!

DANK
Allen Logopädinnen, Legasthenie- und Psychomotorik-Therapeutinnen danke ich für ihren Einsatz zur Förderung der vielen Schülerinnen und Schüler und für die gute Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrpersonen, Kolleginnen, verschiedenen Ämtern und Stellen und mit mir.

Allen Menschen, die mich während des ganzen Schuljahrs bei meiner Arbeit unterstützten und auf die ich mich jederzeit verlassen kann, besonders Frau Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel, Frau Rita Hauser und Frau Margot Schlatter, danke ich herzlich für die gute Zusammenarbeit.

Neuhausen, 22. Juni 2009
Lilly Thomann-Häusler
Leiterin des Sprachheildienstes