Theaterpädagogik an der PHSH

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Auftrittskompetenz ein Trainingsmodul

Theaterpädagogik an der PHSH

Wer an der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen studiert, begegnet während des Studiums mindestens einmal einer Fachperson aus dem Theaterbereich - an der PHSH zurzeit dem Theaterpädagoge und Regisseur Jürg Schneckenburger.

 

Auftrittskompetenz ein Trainingsmodul

Das Modul „Berufspraktisches Training – Auftrittskompetenz“ ist aus der Überzeugung entstanden, dass es neben theoretischen Grundlagen und schulpraktischen Übungsgelegenheiten zusätzlich einen Ort geben muss, wo die nonverbalen, paraverbalen und verbalen Ausdrucksmöglichkeiten der angehenden Lehrpersonen erkundet und geschult werden können. Die Kunst des Unterrichtens verlangt – vergleichbar der Kunst des Theaterspielens – ein hohes Mass an Präsenz in zwischenmenschlichen Interaktionen, umsichtige Mehrfachaufmerksamkeit und die Fähigkeit, auf Unvorhergesehenes spontan zu reagieren. Diese Schlüsselkompetenzen einer Lehrperson sind Ziel dieses Trainingsmoduls, das an der PHSH wie auch an der PHZH zu Beginn der Ausbildung angeboten wird. Dozierende sind Theaterschaffende mit volksschulpraktischer Erfahrung.

Die Erfahrungen zeigen, dass die Studierenden das Modul als lustvoll und lehrreich erleben, Wahrnehmungs- und Handlungsmuster erkennen lernen, überprüfen und zugunsten neuer Erkenntnisse aufs Spiel setzen. Vielfältigste Entdeckungen ungeahnter persönlicher Ressourcen sind möglich. Bestehende Bilder - wie denn eine Lehrperson zu sein hat - werden im Spiel hinterfragt, um die Basis für einen glaubwürdigen Eintritt in die Berufsrolle als Lehrerin oder Lehrer zu schaffen.

 

 

 

Bilderserie: Zwei Studierende der PHSH spielen ihre selbstentwickelte Fassung der Bremer Stadtmusikanten.

 

 

Einführung in die Theaterpädagogik

Für Studierende der Vorschulstufe ist mit dem Modul „Einführung in die Theaterpädagogik“ eine zweite Begegnung mit Theater verpflichtend, von allen übrigen Studierenden kann das Modul als Vertiefung gewählt werden. Während einer Kompaktwoche stehen die Studierenden als Spielende im Mittelpunkt. Ausgehend von Spielsachen aus Kindertagen und althergebrachten Kinderspielen werden die Spielbiographien der Studierenden analysiert, um dann in die grosse Verheissung „Ich spiele nun, als ob ich … „ einzusteigen. Die Studierenden lassen sich mit grosser Neugierde auf Improvisationen und auf das Erfinden von Situationen und Geschichten ein; sie inspirieren und animieren sich. Der Transfer der erspielten Erkenntnisse auf den Schulalltag – eine anspruchsvolle Aufgabe – wird anhand konkreter Beispiele in einzelnen Theoriesequenzen veranschaulicht.

 

Konzeption und Erarbeitung einer Theateraufführung

Für Studierende, die sich vom Theater faszinieren lassen, werden zusätzlich zwei Vertiefungsmodule „Konzeption und Erarbeitung einer Theateraufführung“ angeboten. In diesen beiden Modulen setzen sich die angehenden Lehrpersonen gezielt mit der Rolle des Spielleiters auseinander. Ausgehend von einer bestehenden oder einer selbst erfundenen Geschichte, in wachem Bewusstsein für die spielende Gruppe, soll eine Theateraufführung entworfen und durchgeführt werden. Die Aufmerksamkeit gilt in erster Linie dem persönlichkeitsbildenden Aspekt des Theaterspielens, sowie der Frage nach geeigneten  Inhalten und nach schöpferischen Formen der Umsetzung. Die Konzeption soll sich am  Entwicklungsstand und dem Spielverhalten der Kinder orientieren und diese in den Entstehungsprozess von Anfang an mit einbeziehen. Gastreferenten stellen ihre - oft über Jahre entwickelte Arbeitsweise - anhand von Filmsequenzen und Erlebnisberichten vor. Die Studierenden erarbeiten als Leistungsnachweis eine Werkstattaufführung, die sie vor Mitstudierenden oder einer Schulklasse zur Aufführung bringen. Während dieser Arbeit stellen sich aus dem Erleben heraus alle wesentlichen Fragen, die sich ergeben, wenn Lehrpersonen mit Kindern Theater machen.

 

Besuche von Theateraufführungen für ein junges Publikum

Weil Theater ein Wechsel von Geben und Nehmen ist und die Kunst eines gelungenen Theaterabends im Zusammenklang der spielenden Menschen mit ihrem Publikum liegt, wird einmal während der Ausbildung eine Aufführung des Theater Sgaramusch oder des jugendclub momoll theater in Schaffhausen besucht. Beide Truppen erarbeiten seit Jahren national, Sgaramusch gar international anerkannte, qualitätsvolle Inszenierungen für ein junges Publikum. Diese Theaterbesuche bieten die Möglichkeit, die Kommunikation zwischen Bühne und Zuschauerraum bewusst wahrzunehmen, unkonventionelle Erzählmechanismen kennen zu lernen und die Frage der Vor- und Nachbereitung von Theaterbesuchen mit Schulklassen in den Unterricht an der PHSH mit einzubeziehen.

 

 

Jürg Schneckenburger, 1961, Primarlehrerausbildung, Lehrtätigkeit an der Unterstufe, Studium der Theaterpädagogik an der Schauspiel Akademie Zürich, freischaffender Regisseur mit Berufs- und Amateurensembles in der ganzen Schweiz. Schwerpunkt seiner Arbeit bilden Inszenierungen für das Kinder- und Jugendtheater. Er unterrichtet an den Pädagogischen Hochschulen in Schaffhausen und Zürich.