Zwischenbericht Berufspraktikum

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Dreimonatiges Berufspraktikum in der Westschweiz

Dreimonatiges Berufspraktikum an einer Schule in der Westschweiz

7 Fragen an Frau Denise Wolfsberger, Lehrerin an der Sekundarschule in Sainte-Croix, die seit dem 5. Februar 2007 einen Praktikanten im Rahmen des Programms „Offene Stellen Schule“ beschäftigt.

 

Was hat Sie bewogen, einen Praktikanten aus der Deutschschweiz bei sich aufzunehmen?

Seit 4 Jahren organisieren wir Schüleraustausche mit unseren Partnerschulen in Heerbrugg und Walzenhausen. Diese haben zu einer merklich grösseren Motivation bei unseren Schülern im Deutschunterricht beigetragen. Als ich im November am Austausch-Kongress in Freiburg am Atelier für das neue Projekt „offene Stellen“ teilnahm, wurde mein Interesse schliesslich geweckt. Ich fand, dass ein solches Projekt eine Bereicherung für unsere Schule, Schüler, Lehrerkollegen aber auch auf für mich selber sein konnte.

 

 

Wie und in welchen Fächern wird der Praktikant vor allem eingesetzt?

Unser Praktikant ist erst in seiner dritten Praktikumswoche. In den ersten zwei Wochen wurde er vor allem bei verschiedenen Deutschlehrern in den Stufen 5-9 eingesetzt. Die Idee, ihn in diesen ersten zwei Wochen vor allem als Assistenten einzusetzen, wurde von allen Deutschlehrern mit Interesse aufgenommen. Der Praktikant kümmerte sich dabei hauptsächlich um die oft vernachlässigte mündliche Sprachtätigkeit (Spielen kleiner Szenen, Vorbereiten der Schüler für den Austausch usw.). Er unterrichtete aber bereits sehr früh selbständig während kürzeren Unterrichtseinheiten und vertrat bereits in der zweiten Woche notfallmässig eine Lehrperson.

 

Im Moment haben wir für den Praktikanten einen neuen Arbeitsplan für weitere zwei Wochen erstellt, wo er seine Wünsche vermehrt einbringen konnte. Er beginnt nun auch mit Unterrichten von Sportlektionen und Hospitieren in Mathematik, Französisch und Geographie.

 

Wie haben die anderen Lehrpersonen an Ihrer Schule in Bezug auf diesen Praktikumseinsatz reagiert?

Sehr gut! Zuerst wurden nur die Deutschlehrer kontaktiert und konnten ihre Wünsche und Anregungen bezüglich einer Zusammenarbeit anbringen. Die anderen Lehrer konnten während den ersten zwei Arbeitswochen des Praktikanten ihre Wünsche kundtun. Sämtliche ins Projekt einbezogene Lehrpersonen interessierten sich für einen Einsatz des Praktikanten. Die bisherigen Rückmeldungen sind durchwegs sehr positiv und konstruktiv.

 

Wie ist Ihr Eindruck nach den ersten zwei Wochen zusammen mit dem Praktikanten?

Sehr gut ! Ich finde, es hat „neuen Wind“ ins Alltagsleben der Schule gebracht. Herr Sakiri gibt sich grosse Mühe bei der Integration sowohl ins neue Schulsystem wie auch beim Lehrerteam. Er arbeitet gut mit den verschiedenen  Personen zusammen, ist flexibel und passt sich den unterschiedlichen  Klassenstufen bestens an.

 

Wie haben die Schüler/innen auf den Praktikanten reagiert?

Da ich noch nie einen Praktikanten hatte, war ich diesbezüglich sehr positiv überrascht. Meine Schüler reagierten mit grossem Interesse und einer gewissen Neugier.  Oft fragten sie, wenn ich allein ins Zimmer kam, ob heute der Praktikant nicht käme.

 

Kann die Präsenz eines jungen, deutschsprachigen Lehrers die Motivation der Schüler/innen, Deutsch zu lernen, steigern?

Wie es schon beim Austausch der Fall ist, ergibt sich so eine weitere Möglichkeit, den Schülern zu zeigen, dass Deutsch eine „gelebte“ Sprache ist. Es ist für Schüler eine völlig andere Motivation, mit Leuten der Fremdsprache in Kontakt zu kommen und mit und von ihnen zu lernen. Dies bringt Leben in den manchmal etwas monotonen „Schulbücher-Alltag“. Ein neues Gesicht, eine junge Person weckt oft auch schon das Interesse der Schüler.

 

Können Sie als erfahrene Lehrerin auf irgendeine Weise von der Anwesenheit des Praktikanten profitieren?

Gewiss. Herr Sakiri ist ein junger Lehrer, der vor etwas weniger als einem Jahr seine Ausbildung beendet hat. Auch nach langjähriger Lehrertätigkeit kann ich ohne Zweifel von seinen neu eingebrachten Ideen profitieren. Ich finde, dass seine Anwesenheit neue Motivation und viele interessante Ideen für meinen Beruf gebracht haben und sicher noch bringen werden.

 

Weitere Auskünfte erhalten Sie beim:

ch Jugendaustausch, Programm „Offene Stellen Schule", Postfach 358, 4500 Solothurn

Tel. 032 625 26 89/80, www.echanges.ch