chili
Konstruktive Konfliktbearbeitung - Konflikttraining bald an allen Schulen?
Konstruktive Konfliktbearbeitung für Kinder und Jugendliche - Konflikttraining bald an allen Schulen?
Gewalt ist heute allgegenwärtig. Deswegen bietet das Schweizerische Rote Kreuz in Kindergärten, Schulen und Jugendorganisationen Konflikttrainings an.
In Trainings Konflikte ohne Gewalt angehen
Der Alltag an der Schule ist für manche Schülerinnen und Schüler belastend, nicht zuletzt durch zunehmende Aggression und Gewalt. Betroffen von dieser Entwicklung sind alle: Täter, Opfer und Helfer. Das Rote Kreuz hat vor sechs Jahren die Thematik aufgenommen und bietet mit dem Konfliktpräventionstraining „chili“, konstruktive Handlungsmöglichkeiten in Streitsituationen an.
„chili das heisse Konfliktpräventionstraining für coole Köpfe“ wird seit 2006 beim Roten Kreuz Schaffhausen von der eigenen chili-Trainerin betreut und durchgeführt. Sie ist in Pädagogik, Mediation und Schulsozialpädagogik ausgebildet und bringt den Teilnehmern spielerisch bei, in Konfliktsituationen Ruhe zu bewahren und sich diesen konstruktiv zu stellen.
Viele Schulen, ob Unterstufe, Mittelstufe oder Oberstufe haben bereits mit Erfolg und Freude ein solches Konfliktpräventionstraining durchgeführt. Die Trainerin kommt dafür zwei bis vier Tage in die Schulklasse und erarbeitet zusammen mit den Lehrkräften und den Schülerinnen und Schülern Wissen um Konfliktabläufe und konstruktive Lösungsansätze.
Gezieltes Training der Selbst- und Fremdwahrnehmung
Kenntnisse über das Entstehen von Konflikten, ihre Eskalation und mögliche Lösungsmuster zu haben, ist in unserem spannungsreichen Alltag ein wesentliches Element des Zusammenlebens. Das wissen die Schülerinnen und Schüler aus eigener, unmittelbarer und oft belastender Erfahrung nur zu gut. Wohl auch deshalb sind Kinder und Jugendliche gerne bereit sich auf die Überlegungen, Fragen und Diskussionsvorschläge der Trainerin einzulassen. In Rollenspielen, Übungen und Gruppenarbeiten werden die einzelnen Schülerinnen und Schüler für die eigene Rolle in Streitfällen und für wiederkehrende Konfliktmuster sensibilisiert. Die erfolgreiche Umsetzung der erarbeiteten Lösungswege wird geübt. Die Erfahrung konstruktives Konfliktverhalten durchsetzen zu können gehört für viele zu den positiven und oft neuen Erfahrungen während eines Trainings.
Aktiver Einbezug der Lehrperson
Um eine Nachhaltigkeit zu gewährleisten werden die Klassen von der Lehrperson und der Trainerin begleitet. Zu diesen kann so ein wertvolles Vertrauensverhältnis aufgebaut werden. Anderseits haben die Lehrpersonen die Möglichkeit, aus einem anderen Blickwinkel, nämlich aus der Beobachterrolle, die Klasse wahrzunehmen und die Kommunikationskultur in der Klasse zu hinterfragen. Mit dieser aktiven Klassenarbeit soll den Lehrkräften ein breiteres Instrumentarium zur Konfliktbearbeitung im Schulalltag in die Hand gegeben werden. Lehrpersonen sprechen hier von einem ersten, wichtigen Schritt auf dem Weg langfristiger, nachhaltiger Bemühungen zur Stabilisierung und Verbesserung des Klassenklimas. Auf Wunsch veranstalten wir zudem Elternabende, damit auch das Umfeld der Jugendlichen und Kinder einbezogen ist.
Die Schüler und Schülerinnen werden mit einem Zertifikat ausgezeichnet, welches die Fähigkeit zur Konfliktlösung attestiert. Dieses kann zukünftigen Bewerbungen beigelegt werden und bedeutet vielleicht bereits eine Verbesserung der Anstellungschancen einzelner Schulabgänger und Schulabgängerinnen.
Gemeinsam vorwärts und zwar nicht in den Abgrund
Aus den durchwegs positiven Rückmeldungen lässt sich unschwer schliessen, dass solche Trainingstage von den Jugendlichen und Kindern auch in Zukunft sehr erwünscht sind. Lehrpersonen betonen, dass eine lernfreundliche und angenehme Schulatmosphäre für alle nur auf ein solides Fundament gestellt werden kann, wenn solche Projekte regelmässig in den Schulalltag eingebaut werden.
Aussagen von einzelnen Schülern
Dusan: „Ich habe gelernt über Konflikte zu sprechen. Die Teamarbeit war gut. Die möchte ich
wiederholen.“
Fabrice: „Man kann andere Lösungen für einen Konflikt suchen als eine Schlägerei. Zuerst sollte man
nachdenken und dann erst etwas tun.“
Jonas: „Jeder Konflikt hat einen Hintergrund, den man nur erkennen muss.“
Noah: „Ich habe mein eigenes Konfliktverhalten kennen gelernt, und dass viele Konflikte aus
Missverständnissen entstehen. Ich werde in Zukunft bewusster streiten.“
Adrian: „Ich finde das Wissen über den Ablauf und die Eskalation von Konflikten spannend.“
Simana: „Spannend ist es, einen Konflikt als einen Eisberg zu sehen. Das meiste davon ist unsichtbar.“
Sara: „Diese Tage machen Spass. Man sollte Konflikte mit Ich-Botschaften, möglichst ohne Vorwürfe
lösen.“
Kay: „Die Pantomime „Gefühle zeigen“ hat mir Eindruck gemacht. Vor allem negative Gefühle sind
schwierig auszudrücken.“
Till: „Ich habe viel Neues gelernt. Das ist eine schöne Abwechslung im Schulalltag.“
Daniela: „ Die Tage tun unserer Klasse gut, auch wenn wir schon einen guten Zusammenhalt hatten.“
Stefanie: „Auch verbale Attacken können verletzen. Das wurde mir im Rollenspiel klar. Dieses hat viel
Verständnis für andere Positionen in einem Konflikt geweckt.“
Aussagen von einzelnen Lehrern
Marc: „Ich bin der Ansicht, dass ein „chili-Training“ jedem Schüler und jeder Schülerin gut tun würde.“
Philip: „Es war sehr spannend „meine“ Schüler mal aus einer anderen Perspektive kennen zu lernen.“
Markus: „ Es ist fast unglaublich wie viel einzelne Schüler aus sich heraus gehen.“
Stephanie: „Es ist toll zu beobachten wie die lauten Schüler leise, und die leisen Schüler lauter werden.“
Kontakt
Rotes Kreuz Schaffhausen, chili Trainierin Alexa Link
Tel. 052 763 43 21, Natel 076 379 41 61, Email alexa.link(at)freesurf.ch
oder
Rotes Kreuz Schaffhausen, Christine Gautschi, Mühlentalsträsschen 9, 8200 Schaffhausen
Tel. 052 625 04 05, Email christine.gautschi(at)roteskreuz-sh.ch




