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Schutz vor Gewalt in Unterhaltungsmedien

pro juventute will Kinder und Jugendliche vor Gewalt in Unterhaltungsmedien schützen

Der Kinder- und Jugendmedienschutz weist in der Schweiz grosse Lücken auf – und dies in einer Zeit, in der junge Menschen praktisch unbeschränkten und unkontrollierten Zugang zu Gewaltdarstellungen in Unterhaltungsmedien haben. Mit der Petition «Stopp der (un)heimlichen Gewalt» fordert pro juventute die politischen Instanzen auf, eine zeitgemässe und wirksame Regelung für den schweizerischen Kinder- und Jugendmedienschutz zu erlassen.

 

Kinder und Jugendliche sind mit immer mehr Gewalt in den Unterhaltungsmedien konfrontiert: am Bildschirm, auf Handys, bei Computerspielen und Videos. Dabei wird Gewalt immer hemmungsloser dargestellt und immer realistischer inszeniert. Mit der Petition «Stopp der (un)heimlichen Gewalt» will pro juventute erreichen, dass Kinder und Jugendliche im Medienumgang geschützt und gefördert werden und dafür sorgen, dass hemmungslose Gewaltdarstellungen nicht unkontrolliert zugänglich sind.

Forderung eines schweizweit einheitlichen Jugendmedienschutzes
Ziel der Petition ist es, auf politischer Ebene dafür zu sorgen, dass eine schweizweit einheitliche und verbindliche Regelung im Jugendmedienschutz geschaffen wird. Bei den Altersfreigaben für Videos und Computerspielen handelt es sich heute um Eigendeklarationen der Hersteller und Händler. Anbieterinnen und Anbieter können sich dieser Selbstregulierung entziehen, denn von Gesetzes wegen sind sie zu nichts verpflichtet. Kinofilme werden teilweise von staatlichen Kommissionen beurteilt, allerdings gilt praktisch in jedem Kanton eine andere Regelung. Mit der Petition «Stopp der (un)heimlichen Gewalt» will pro juventute erreichen, dass eine unabhängige, nationale Zertifizierungsstelle geschaffen wird, die Computerspiele, Videos und auch Kinofilme auf ihre Altersfreigabe prüft. Dabei sollen schweizweit einheitliche Altersfreigaben für verbindlich erklärt werden.

Keine Alleingänge von Staat und Privatwirtschaft
Ein wirksamer Jugendmedienschutz setzt eine Zusammenarbeit von Staat und Privatwirtschaft voraus, denn eine rein staatliche Steuerung im Sinne der traditionellen Zensur wäre im schnellen technischen Wandel des Medienbereichs hoffnungslos. Deshalb schlägt pro juventute eine Kooperationsstrategie von Staat und Branchenverbänden vor, die als «regulierte Selbstregulierung» in anderen Ländern bereits umgesetzt wird.

Förderung der Medienkompetenz
Neben diesen restriktiven Forderungen steht für pro juventute die Prävention im Zentrum: Bund und Kantone werden aufgefordert, die Medienkompetenz im Umgang mit Unterhaltungsmedien bei Kindern, Jugendlichen und Eltern zu fördern. Denn oft wissen Eltern gar nicht, mit welchen Inhalten ihre Kinder in den Unterhaltungsmedien konfrontiert werden und wie sie den Konsum altersgerecht regeln können. Unterstützt wird die pro juventute-Petition «Stopp der (un)heimlichen Gewalt» von der Zeitschrift «wir eltern» als Medienpartner.

 

Weitere Informationen unter: www.projuventute.ch

Das Factsheet finden Sie hier